Paxx Reloaded

Wieder da: Sex-, Drugs-, Peace- and Rock'n'Roll Libertarians

Gretchenfrage: Wie halten wir es mit der Todesstrafe?

with 5 comments

Eine interessante Frage, zu der gerade Christian Klein auf seinem Blog eine spannende Diskussion eröffnet hat. Deshalb meine Frage : Wie stehen wir Anarcho-Libertären eigentlich dazu? Sollte „man“ (also nicht der Staat!) bestimmte Täter hinrichten dürfen (selbstverständlich nur bei Verbrechen, die nach unserer libertären (Natur-)Rechtsauffassung auch tatsächlich dafür infragekommende Verbrechen wären)?

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Written by dominikhennig

28. September 2010 um 21:55

5 Antworten

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  1. Dafür!
    Hatte vor, demnächst einen Text darüber zu verfassen.
    Pro- und Contra-Argumente gibt es diverse. Bin leider zu müde, die jetzt aufzuzählen, aber einer der Hauptgründe wäre die teure, vom Steuerzahler bezahlte ,,Unterkunft“. Diese könnte man sicherlich mit Zwangsarbeit egalisieren. Ansonsten: Todesstrafe.
    Statt weiterer Argumente erzähle ich lieber eine kleine ,,Anekdote“ aus einer polnischen Politdiskussion:
    Der polnische Libertäre Janusz Korwin-Mikke nahm an einer Diskussion über die Todesstrafe teil. Er war quasi Repräsentant der Befürworter der Todesstrafe, sein Gegenüber deren Gegner. Zunächst ergriff Korwin-Mikkes ,,Kontrahent“ das Wort und sprach gefühlte zehn Minuten über seine Contra-Argumente. Als dann Korwin-Mikke zu Wort kam, fragte er direkt: ,,Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sind sie also auch ein Gegner der Todesstrafenurteile von Nürnberg, die gegen die Naziverbrecher verhängt wurden!?“ Daraufhin der Gegner:,,Nee, die unterstütze ich zu 100%!“ Daraufhin Korwin-Mikke: ,,Dann sind sie also für die Todesstrafe!“ Damit war die Diskussion im Grunde genommen schon beendet.
    Ich denke, dass ein Großteil der Menschen in Deutschland die Todesstrafe befürwortet, auch wenn sie sich dessen gar nicht bewusst sind.
    Und wie der Autor dieses Beitrags es auch schon angesprochen hat: Die Todesstrafe gegen Saddam Hussein war richtig. Viele deklarieren sich als Gegner der Todesstrafe, wenn man ihnen dann aber besondere Fälle vorzeigt, halten sie sie für richtig. Es ist doch alles sehr von der Situation abhängig.

    Tomasz

    29. September 2010 at 02:43

  2. das töten im verteidigungsfall, ok.

    die relevantere frage: würde ich in einer freien gesellschaft einen vertrag mit einem unternehmen eingehen, das gewaltverbrechen mit dem tod sühnt? nö. nicht nur weil es aus spezial- oder generalpräventiven überlegungen heraus unsinn ist, sondern schon allein deshalb nicht, weil fehlurteile immer möglich sind.

    und gesetzt dem fall, dass es ein versicherungsunternehmen gäbe, das seinen kunden mit der todesstrafe droht und einen unschuldigen tötet – was irgendwann passieren würde – müssten seine henker nach den gleichen maßstäben gerichtet werden – welcher mitarbeiter würde so einen vertrag unterzeichnen? also ich nicht.

    die argumente von tomasz sind hier m.e. ziemlich dürftig:

    „aber einer der Hauptgründe wäre die teure, vom Steuerzahler bezahlte „Unterkunft“. Diese könnte man sicherlich mit Zwangsarbeit egalisieren. Ansonsten: Todesstrafe.“

    und wer reich ist, kann sich auch gleich rauskaufen? klingt nach einem noch gruseligerem status quo.

    „Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sind sie also auch ein Gegner der Todesstrafenurteile von Nürnberg, die gegen die Naziverbrecher verhängt wurden!?“

    das ist staatspolitik, also nicht unser bier. adolf eine kugel in den kopf zu jagen, wäre ein akt der selbstverteidigung gewesen, ganz klar. der punkt ist aber: in einer freien gesellschaft hätten solche menschen einfach keine macht gehabt. libertäre setzen vor und nicht nach auschwitz an.

    „Die Todesstrafe gegen Saddam Hussein war richtig.“

    und welches opfer wurde dadurch entschädigt?

    logikdesstaats

    29. September 2010 at 09:08

  3. „DDH fragt, wie wir Libertären es mit der Todesstrafe halten. Ich will – arbeitsbedingt wieder mal mit einigen Tagen Verspätung – gerne verraten, wie ich es damit halte: nicht prinzipiell dagegen.

    Anlaß für DDHs Frage ist ein Artikel auf L for Liberty, und in dem geht es ausdrücklich um die staatliche verhängte Todesstrafe. Selbstverständlich lehne ich die ab. Weil die Möglichkeit, Menschen hinzurichten, zuviel Macht für den Staat bedeutet, weil […]“

    hth

    3. Oktober 2010 at 19:45

  4. „DDH fragt, wie wir Libertären es mit der Todesstrafe halten. Ich will – arbeitsbedingt wieder mal mit einigen Tagen Verspätung – gerne verraten, wie ich es damit halte: nicht prinzipiell dagegen.

    Anlaß für DDHs Frage ist ein Artikel auf L for Liberty, und in dem geht es ausdrücklich um die staatlich verhängte Todesstrafe. Selbstverständlich lehne ich die ab. Weil die Möglichkeit, Menschen hinzurichten, zuviel Macht für den Staat bedeutet, weil […]“

    hth

    3. Oktober 2010 at 20:38

  5. […] fragt, wie wir Libertären es mit der Todesstrafe halten. Ich will – arbeitsbedingt wieder mal mit einigen Tagen Verspätung – gerne verraten, wie ich […]


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