Paxx Reloaded

Wieder da: Sex-, Drugs-, Peace- and Rock'n'Roll Libertarians

Wettbewerb

with one comment

von Michael Kastner

 

Es herrscht, gerade auch unter Politliberalen, eine seltsame Vorstellung von Wettbewerb. In der Schule z. B. bestünde der Wettbewerb darin, daß man etwa die Leistung eines Schülers mit Noten messen sollte. Das gleiche gilt für die Lehre, die Universität und setzt sich weiter, bis in die Unternehmen hinein, fort.

Es wird benotet, zertifiziert, gebenchmarkt, verglichen, gegradet, geratet und gescreent, daß einem die Ohren schlackern. Selbst das hirnrissige dreigliedrige Schulsystem soll dem Wettbewerb dienen – meinen die Politliberalen.

Diese Art von Wettbewerb gab es auch schon im Sozialismus und sie nannte sich Norm. Dabei war man entweder schlechter, gleich gut, oder besser. Aber immer war das Ziel und die Tätigkeit bereits vorgegeben.

Die Vorstellung der Politliberalen hängt diesem alten sozialistischen Normideal des Erfüllens vorgegebener Ziele an.

Dabei bedeutet Wettbewerb im liberalen Sinne etwas vollkommen anderes. Im liberalen Wettbewerb geht es im Kern eben nicht darum, das gleiche wie alle anderen zu machen – nur eben besser.

Im liberalen, evolutionären Sinn, bedeutet Wettbewert gerade das Nicht-Genormte zu erschaffen, das noch Nicht-Gedachte zu denken und das noch Nicht-Gewagte zu wagen.

Hätte der sozialistische oder politliberale Wettbewerb zu Zeiten der Pferdegespanne existiert, dann hätte es Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor nie gegeben, aber dafür Kutscher, die es schaffen ihre Pferde mit Höchstleistungen zu Tode zu schinden.

Es hätte sicher einen Bundespreis und eine Förderprämie für das schnellste Pferdegespann gegeben. Aber die Städte hätten weiterhin nach Pferdemist gestunken und die Fahrt von Frankfurt nach Wiesbaden würde nach wie vor fast einen Tag dauern.

Im liberalen Wettbewerb geht jedoch um das genaue Gegenteil: Die Überwindung des genormten. Es geht darum, das zu produzieren und herzustellen, was die Konsumenten möchten. Das muß nicht immer ein perfektes Produkt sein. Und das können Produkte auch nie sein, denn wie alles in der Ökonomie, sind sie der Knappheit unterworfen. So werden Produkte verkauft, die eben für für den jeweiligen Nachfrager gut genug sind.

Damit wollen sich die Politliberalen und Sozialisten aber nicht zufriedengeben. Sie träumen von der Perfektion. Der Perfektion um jeden Preis.

Selbstverständlich kann man Produkte permanent verbessern, aber dies ist ökonomisch immer nur bis zu einem bestimmten Grad sinnvoll.

Viel wichtiger als der Versuch Produkte zu verbessern, man könnte auch zynisch sagen „Overengineering“ zu betreiben, ist es jedoch, neue Produkte zu finden, die die Bedürfnisse der Kunden besser befriedigen.

Was ich damit sagen will, ist folgendes:

Der Politliberalismus und der Sozialismus (ist eh das gleiche, aber was solls) versuchen aus allen Menschen Hundert-Meter-Läufer zu machen.

Dabei bestünde die Idee des liberalen, evolutorischen Wettbewerbs darin, daß jeder der möchte, hundert meter Läufer werden kann, aber er kann auch Hammerwerfer, Weitspringer, Schiedsrichter, Kartenabreißer oder Platzwart werden.

Ja, und was noch viel wichtiger ist, man braucht im liberalen Wettbewerb das Stadion erst gar nicht zu betreten, sondern kann davor, oder in der Stadt oder sonstwo, eine Frittenbude, einen Gebrauchtwagenhandel, ein Reisebüro, eine Hanfplantage oder sonstetwas eröffnen.

Ja, man kann auch einfach garnichts tun.

Man muß nur mal diese unendlichen Möglichkeiten, die man im Leben hat, mit dem Versuch vergleichen, auch aus dem unsportlichsten Menschen noch eine zehntel Sekunde Schnelligkeit herauszukitzeln, und es wird offenkundig, welche Pervertierung des Wettbewerbsgedankens die Politliberalen und ihre Genossen betreiben.

Das nur ganz kurz, im Vorübergehen …

Ursprünglich erschienen auf Der Markt

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Written by dominikhennig

5. Oktober 2010 um 02:37

Eine Antwort

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  1. Dominiks Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf. Den Politliberalen und ihren Wählern kann man nicht helfen.

    Die vergeudeten Extra-Milliarden für den neuen Bahnhof werden uns der Hyperinflation 1, 2, 3 … Sekunden entgegenbringen.
    Werner L. Ende

    Dr. Werner Ende 

    5. Oktober 2010 at 06:57


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