Paxx Reloaded

Wieder da: Sex-, Drugs-, Peace- and Rock'n'Roll Libertarians

Für die Trennung von Staat und Sport

with 2 comments

von Benjamin B.

In vielen Ländern finanziert der Staat Sportanlässe, -lager, -verbände, -plätze und -stadien. Oft wird argumentiert, diese Sportsubventionen seien gut und gerechtfertigt, da Sport gesund sei. Ein paar Sportarten sind auch durchaus gesund, Spitzensport meist nicht (und da ist die Förderung teils besonders intensiv. Aus Nationalstolz?), sich Sportanlässe anzuschauen ebenfalls nicht (Sich ein Fussballspiel anzusehen kann sogar sehr ungesund sein. (Sei es wegen Zusammenstössen mit Hooligans oder dem übermässigen Konsum von Bier und Bratwurst.)), doch rechtfertigt dies die staatliche Unterstützung des Sports?

Das Problem wird klarer, wenn man die Frage umformuliert: Darf der Staat bestimmte Hobbies/Freizeitbeschäftigungen unterstützen? Darf der Staat also die Freizeitlandschaft formen, gestalten und kontrollieren? (Indem jeder Bürger dazu gezwungen wird, die vom Staat ausgewählten Sportarten und -plätze finanziell zu unterstützen, fliesst mehr Geld in diese Bereiche, als dies auf dem freien Markt geschehen wäre. Ebenso erhalten andere Vereine und Freizeitbeschäftigungen weniger Geld, da die Leute, die ihr Geld in diese Hobbies gesteckt hätten, dies wegen der Steuerbelastung nicht mehr können oder nicht mehr wollen.) Darf der Staat Geld vom Briefmarkensammler, dem Hobby-Ökonomen und dem Gamer nehmen, um es dem Fussballfan zu geben?

Die libertäre Antwort ist klar: Die Initiierung von Zwang ist falsch, jeder Mensch muss alleine über die Verwendung seines ganzen Vermögens bestimmen dürfen. Also selber entscheiden können, ob er den Stadionbau oder ein Mittelalterfestival unterstützen will.

Darüber hinaus ist es recht unklar, ob die staatliche Sportförderung überhaupt einen positiven Effekt auf die Gesundheit hat. Ein guter Teil dieser Gelder wird für gesundheitspolitisch reichlich zweifelhafte Unterfangen ausgegeben: Z.B Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko (Fussball, Tennis, Skifahren, auch Handball und Volleyball). Spitzensport (bringt gesundheitlich keinem was). Sportstadien (sich ein Spiel anzusehen ist ebenso gesund wie ins Kino zu gehen oder ein PC-Game zu geniessen).

Viele Sportsubventionen scheinen also nicht wegen ihren positiven Auswirkungen auf die Gesundheit zu existieren, sondern wegen Partikulärinteressen diverser Gruppierungen.

Trennen wir also den Staat und den Sport. Welchen Hobbies jemand nachgehen und wie viel er sich bewegen will, sollte seine Entscheidung sein. Denn sowohl die Freizetigestaltung wie auch die Gesundheit sind urpersönliche Angelegenheiten.

cross-post: ars libertatis

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Written by dominikhennig

9. Oktober 2010 um 21:22

2 Antworten

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  1. Aber es sei ihm schon klar, dass Sportveranstaltungen „sozialhygienisch wichtig“ seien, und zwar für „die öffentliche Triebabfuhr. Im Leben eines normalen Menschen passiert doch viel zu wenig, der Mensch braucht Ungewissheit – und die liefert der Sport.“

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article10179969/Thilo-Sarrazin-kritisiert-tuerkischstaemmige-Fussballfans.html

    Aber Sarrazin sagt

    9. Oktober 2010 at 22:49

  2. Das Ironische ist, dass die Zwangsschule einem den Sport sogar abgewöhnt. Bei mir hat es fast zehn Jahre gedauert, bis ich bereit war, aus eigenem Antrieb wieder regelmäßig mit anderen Leuten Sport zu treiben.

    Simon

    13. Oktober 2010 at 15:24


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