Paxx Reloaded

Wieder da: Sex-, Drugs-, Peace- and Rock'n'Roll Libertarians

Demokratie – Die schlechteste aller Regierungsformen

with 2 comments

von Ben, AnCaps.de

Die Demokratie, olympiadlich unsere Stimme fordernd, ist das teuflischste aller politischen Systeme, das Teuflischste, weil es seine Bösartigkeit nicht offen zur Schau stellt, sondern sich, ganz im Gegenteil, als das höchste Ideal präsentiert und Unzählige, ja ganze Völker verführt und verdirbt. Umworben mit strahlendem Lächeln wie einst Circe und süße Versprechungen wie aus den Mündern der Sirenen wollen glauben machen, dass sich die Demokratie auch für uns lohnt, dass wir ihr nachgeben sollten, ihr unsere Stimme unser Ja-Wort geben müssen. Alles andere: Undenkbar und verwerflich! „Demokratiefeindlich“ – das größte Schimpfwort unserer Zeit. Betäubt von Wahlgeschenken, benommen von schöner Rhetorik, überzeugt von noblen Opfern, die wir (oder meistens: andere) für die Gemeinschaft bringen müssten, lassen wir uns blenden, verleugnen wir unsere moralischen Werte. Wie im Rausch offerieren uns die zur Wahl Stehenden gestohlene Gelder anderer, die Gelder zukünftiger Generationen, als ob es kein Morgen gäbe.

Im Privaten glauben wir alle an das Knüpfen freiwilliger Bande, schließen Verträge miteinander aus freien Stücken, regeln unsere Streitigkeiten friedlich und ohne Gewalt – Gewalt ist uns schon lange keine Lösung mehr, Sklaverei haben wir geächtet, organisiertes Verbrechen, Diebstahl und Freiheitsberaubung verdammen wir, Korruption erachten wir als unfaires Mittel. Wir wissen, dass die Gewalt nicht erst mit der physischen Anwendung anfängt, sondern schon die Androhung selbst Gewalt ist.

Wenden wir uns aber dem Staat zu, so ist Unrecht auf einmal Recht, ist Diebstahl und Freiheitsberaubung legitimes Gebot, werden ganze Jahrgänge jeweils für ein Jahr versklavt, plötzlich ist ein wehrhaftes Opfer ein Verbrecher, den es so hart wie möglich zu bestrafen gilt – und alle vier Jahre ist Bestechung das Maß der Stunde. Wie kann es sein, dass zivilisierte Menschen, die Gewalt so wortgewaltig verächten, ein System unterstützen, das allein auf genau dieser verachteten Kraft beruht, dem wir ohne zu Wimpern ein Gewaltmonopol zusprechen, als ob ein Monopol nicht gerade zu Mißbrauch führt? Tag für Tag demonstrieren wir im Privaten, dass freiwillige Beziehungen für ein viel reicheres, effizienteres und angenehmeres Miteinander sorgen. Wir kommen nicht auf die Idee, dass wir mit Waffengewalt Anrecht auf die Güter unseres Nachbarn haben, nur weil er etwas mehr verdient, wir sehen einen Unterschied zwischen Liebesakt und Vergewaltigung, wir unterstützen gute Zwecke und Stiftungen freiwillig. Doch alle vier Jahre sind wir aufgefordert ein auf der Initiierung und Androhung von Gewalt beruhendes System zu legitimieren, einen Leviathan, der uns auf perfide Weise korrumpiert und zu Mittätern macht, zu Menschen, die das Unrecht nicht nur nicht verurteilen, sondern Kraft ihrer Stimme sogar absegnen. Jede Wahl aufs Neue werden wir geködert mit Wahlversprechen, mit Geldern, die uns zukommen sollen, Gelder, die uns und anderen zuvor unter Androhung von Gewalt und Freiheitsentzug abgenommen wurden. Wir sind frei in unserer Meinung und unseren moralischen Urteilen, aber wir dürfen nicht nach ihnen handeln. Wer gegen Krieg und Überwachung ist, dem ist es zwar unbenommen diese Meinung zu äußern, aber danach zu handeln und ein solches moralisches Übel nicht durch Steuerzahlung zu unterstützen und zu ermöglichen, das ist dem freiheitsliebenden Menschen in einer Demokratie nicht gestattet; in einer Demokratie werden wir immer zu Mittätern gemacht. Die Demokratie ist daher tatsächlich die schlechteste aller Regierungsformen: Sie macht uns zu Tätern, sie korrumpiert uns und unsere moralischen Werte systematisch und tritt dabei als unschuldige Lichtgestalt auf, die Gewalt überblendend, auf der sie beruht.

Doch lasse man sich davon nicht täuschen, Gewaltausübung ist das Fundament des Staates und jeder der überzeugt ist, dass die Initiierung von Gewalt keine Lösung ist, der hüte sich davor, den Leviathan mit seiner Stimme gutzuheißen. Wer einen Funken Stolz in sich trägt, der verweigere sich den versprochenen Brotkrumen des Brotes, das ihm zuvor genommen wurde. Man kann die Moral nicht mit zweierlei Maß messen. Demokratie – Die schlechteste aller Regierungsformen.

via  www.AnCaps.de

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2 Antworten

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  1. […] Paxx-Reloaded habe ich einen sehr interessanten Artikel über die Demokratie gelesen – zu dem ich ein […]

  2. Ich halte den ganzen Begriff „Anarcho-Kapitalismus“ für total verunglückt. Sehe das so wie der Agorist:

    „Die meisten sich selbst als solche bezeichnenden Anarchokapitalisten dürften das Wort Kapitalismus synonym mit freier Markt verwenden, also im Sinne von einvernehmlichem Austausch zwischen Individuen. Das schlösse natürlich freiwillige (→ anarchistische) Formen des Sozialismus ein. So eine Kapitalismusdefinition ist nicht nur verwirrend und ganz und gar ahistorisch, sie hat auch wenig mit dem zu tun, was der Großteil aller Menschen – sagen wir, die 99,999 Prozent, die nicht täglich LewRockwell.com lesen – darunter versteht. Der gerade in deutschen Landen oft anzutreffende „konservative“ Wald-und-Wiesen-Wirtschaftslibertäre aus dem Umfeld zwielichtiger Steuersenkungsparteien dürfte unter Kapitalismus tatsächlich den gegenwärtigen realkapitalistischen Status quo verstehen – nur eben minus den Staat, der an seiner Spitze steht und den Wohlstand einer kleinen Elite strebsamer, genialer Herrenmenschen abschöpft.

    Anna Morgenstern glaubt, daß Kapitalismus, so verstanden, in der staatenlosen Gesellschaft unmöglich wäre. In einigen nebensächlichen Fragen dürfte sie entschuldbaren Denkfehlern aufgesessen sein, aber alles in allem halte ich es für einleuchtend, daß auf einem tatsächlich freien Markt jene konzentrierten Anhäufungen von Kapital, die ein konsequentes Weiterdenken des real existierenden Kapitalismus so schaurig machen, sehr unwahrscheinlich wären. In Abwesenheit des Staates gäbe es keine Zentralbanken und keine Zwangswährung, Menschen würden nicht mehr so zahlreich in ungewollte Lohnabhängigkeit getrieben, da Existenzgründer nicht mehr gezielt behindert würden, und die Big-Business-Bourgeoisie könnte nicht mehr mit dem Staat um Vergünstigungen und verbrecherische Gedankenmonopole schachern.

    Daß kein echter Anarchist capitalist acts among consenting adults (Stephan Kinsella) gewaltsam unterbinden wollte, versteht sich von selbst. Nur könnte derlei vielleicht nicht in dem von manch Libertärem erhofften Maße gefragt sein, wenn nur die Alternativen des freien Marktes erst offenstünden.“

    Peer Westenbrinck

    17. November 2010 at 01:43


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