Paxx Reloaded

Wieder da: Sex-, Drugs-, Peace- and Rock'n'Roll Libertarians

Der Sozialismus. Rede zur allgemeinen Orientierung von österreichischen Offizieren in Wien 1918.

leave a comment »

von Max Weber

Wenn ich das erstemal die Ehre habe, im Kreise des Offizierskorps der k. u. k. Armee
zu sprechen, so werden Sie verstehen, daß das für mich eine etwas verlegene Situation
ist. Vor allem deshalb, weil ich die Vorbedingungen: die inneren Verhältnisse des Betriebes
der k. u. k. Armee in gar keiner Weise kenne, diejenigen Vorbedingungen, die
auch für eine Einflußnahme des Offizierskorps auf die Mannschaft maßgebend sind. Es
ist ja selbstverständlich, daß der Offizier in der Reserve und in der Landwehr immer ein
Dilettant ist, nicht nur deshalb, weil ihm die wissenschaftliche Kriegsschulvorbildung,
sondern auch deshalb, weil ihm die ständige Fühlung mit dem ganzen inneren Nervensystem
des Betriebes fehlt. Aber immerhin, wenn man, so wie es bei mir der Fall war,
jahrelang immer wieder einige Zeit innerhalb der deutschen Armee in sehr verschiedenen
Gebieten Deutschlands war, so glaube ich, so viel Anschauung von der Art der Beziehungen
zwischen Offizierskorps, Unteroffizierskorps und Mannschaften zu haben,
um wenigstens sehen zu können: diese und jene Art der Einflußnahme ist m ö g –
l i c h , diese und jene Art ist schwierig oder unmöglich. Davon habe ich selbstverständlich
für die k. u. k. Armee auch nicht die geringste Vorstellung. Wenn ich überhaupt
irgendeine Vorstellung von den inneren Verhältnissen der k. u. k. Armee habe, so
ist es nur die von ganz ungeheuren sachlichen Schwierigkeiten, die für mich schon einfach
aus den sprachlichen Verhältnissen folgen. Es ist von Reserveoffizieren der k. u. k.
Armee mehrfach versucht worden, mir auseinanderzusetzen, wie es gelingt, ohne wirkliche
Kenntnis der Sprache der Mannschaft doch jenen Kontakt mit ihr aufrechtzuerhalten,
der eben erforderlich ist, um eine Einflußnahme irgendwelchen Art über das Dienstliche
hinaus auszuüben. Ich selbst kann nur aus deutschen Vorstellungen heraus sprechen
und möchte mir zunächst erlauben, einige Bemerkungen über die Art, wie diese
Einflußnahme bei uns verlaufen ist, vorauszuschicken.
Diese Bemerkungen sind »aus der Froschperspektive« gemacht. D. h.: ich hatte es
mir bei zeitweise häufigen Reisen in Deutschland zum Grundsatze gemacht, wenn es
sich nicht um sehr lange Fahrten handelte und wenn ich nicht sehr anstrengende Tätigkeit vor mir hatte, stets
dritte Klasse zu fahren, und bin so im Laufe der Zeit mit vielen Hunderten von Leuten,
die von der Front kamen oder nach der Front reisten, zusammengekommen, gerade in
jener Epoche, wo bei uns das, was man unter Aufklärungsarbeit durch die Offiziere
verstand, eingesetzt hat. Da habe ich, ohne daß ich irgendwelchen Anlaß genommen
hätte, die Leute auszufragen oder meinerseits zum Sprechen zu bringen, außerordentlich
vielfältige Aeußerungen darüber von seiten der Leute gehört. Und zwar handelte es sich
da stets um sehr zuverlässige Leute, für welche die Autorität des Offiziers felsenfest
stand, nur selten auch um solche, die eine etwas andere Haltung innerlich einnahmen.
Die Sache war nun immer die: daß man sehr bald die große Schwierigkeit jeder Aufklärungsarbeit
erkennen mußte. Es war namentlich eines: sobald bei den Leuten irgendwie
der Verdacht rege wurde, daß es sich um P a r t e i politik handle, die direkt oder indirekt
gefördert werden solle, gleichviel, welcher Art sie war, so war bei einem großen
Teile von ihnen immer das Mißtrauen da. Sie hatten eben, wenn sie auf Urlaub kamen,
Beziehungen zu ihren Parteileuten und es wurde dann natürlich schwierig, ein wirkliches
Vertrauensverhältnis zu ihnen aufrecht zu erhalten. Es war ferner die große
Schwierigkeit vorhanden: die Leute erkannten zwar die militärische Fachkunde des Offiziers
ganz bedingungslos an – das ist mir nie anders vorgekommen, so selbstverständlich
auch in Deutschland gelegentlich geschimpft wurde, bald über die Stäbe, bald über
sonst etwas, aber die militärische Autorität ist nie grundsätzlich bezweifelt worden; –
dagegen stieß man auf das Empfinden: ja, wenn wir von seiten des Offiziers über unsere
privaten Lebensverhältnisse und das, was daraus folgt, belehrt werden, so liegt die Tatsache
vor, daß das Offizierskorps doch einer anderen ständischen Schicht angehört als
wir und daß es dem Offizier beim besten Willen nicht möglich ist, sich in unsere Lage,
die wir hinter der Maschine oder hinter dem Pfluge stehen, so vollständig hineinzuversetzen,
wie wir selbst das tun. Das kam in einer Anzahl teilweise naiver Aeußerungen
immer wieder zum Ausdruck und ich hatte das Gefühl, daß vielleicht durch eine falsch
betriebene Art der Aufklärung die Autorität des Offiziers auch auf dem militärischen
Gebiete, wo sie ganz unerschüttert steht, leiden könnte, weil die Leute die Autorität auf
jenen Gebieten, wo sie beanspruchen, zu Hause zu sein, nicht unbedingt anerkennen. –
Nun ein weiterer, nicht jetzt, aber früher bei Auseinandersetzungen mit dem Sozialismus
oft gemachter Fehler. Man ist schon lange mit gutem Grunde davon abgegangen,
was man früher auf Seite der parteipolitischen Gegner der Sozialdemokratie getan hat,
bezüglich der Gewerkschaftsbeamten und der Parteibeamten den Arbeitern vorzuhalten:
»Das sind eigentlich die Leute, die von den Arbeitergroschen im wörtlichen Sinne leben,
viel mehr als die Unternehmer. Denn darauf antwortet selbstverständlich jeder Arbeiter:
»Gewiß leben die Leute von meinen Groschen. Ich bezahle sie. Aber eben deshalb sind sie mir zuverlässig, sie sind von mir abhängig, ich weiß, daß sie meine Interessen
vertreten müssen. Da lasse ich mir nichts dreinreden. Das ist mir die paar Groschen
wert.« Man ist jetzt mit Recht davon abgegangen, jene Intellektuellenschicht, die
nun einmal überall die Parolen, die Schlagworte und – sagen Sie getrost: die Phrasen
prägt, mit denen in allen Parteien ohne Ausnahme gearbeitet wird, und so auch innerhalb
der Parteien der Linken und der sozialdemokratischen Partei, in jener Art diskreditieren
zu wollen. Insbesondere aber ist es meiner Meinung nach zu begrüßen, daß man
in Deutschland sich mit den Gewerkschaften gut gestellt hat. Man mag zu den Gewerkschaften
sonst stehen, wie man will. Sie machen auch ihre Torheiten. Dennoch war diese
Haltung gegenüber den Gewerkschaften gerade vom militärischen Standpunkt klug.
Denn sie repräsentieren immerhin etwas, was auch den militärischen Körperschaften eigen
ist. Man mag über den Streik denken, wie man will. Er ist meist ein Kampf um Interessen,
um Löhne. Sehr oft aber doch nicht nur um Löhne, sondern auch um ideelle
Dinge: um Ehre, so wie sie die Arbeiter nun einmal verstehen – und was darunter zu
verstehen sei, das beansprucht eben jedermann selbst zu wissen. Das Gefühl der Ehre,
der Kameradschaft der Genossen in einer Fabrik oder in ein und derselben Branche hält
sie zusammen, und das ist schließlich ein Gefühl, auf welchem, nur in anderer Richtung,
auch der Zusammenhalt militärischer Körper beruht. Und da es nun einmal gar kein
Drittel gibt, die Streiks aus der Welt zu schaffen – man kann nur wählen zwischen offen
anerkannten und geheimen Verbänden dieser Art – so halte ich es für auch vom militärischen
Standpunkt klug, wenn man sich auf den Boden dieser Tatsache stellt: Das ist
einmal so und, solange man mit den Leuten auskommt und sie nicht m i l i t ä r i –
s c h e Interessen gefährden, paktiert man mit ihnen, wie es tatsächlich in Deutschland
geschehen ist. Das sind meine subjektiven Eindrücke.
Nun möchte ich mich aber dem Thema zuwenden, zu welchem Sie mir die Ehre gegeben
haben, mich hierher zu laden, und welches ja freilich derart ist, daß man ein halbes
Jahr ausführlich darüber sprechen müßte (denn in diesem Umfange pflegt man geschulten
akademischen Hörern diese Dinge vorzutragen): der Stellung des Sozialismus
und der Stellungnahme zu ihm. Zunächst mache ich darauf aufmerksam, daß es »Sozialisten
« der allerverschiedensten Art gibt. Es gibt Leute, die sich Sozialisten nennen und
die kein einziger Parteisozialist welcher Richtung immer als solche anerkennen würde.
Alle P a r t e i e n , die rein sozialistischen Charakter haben, sind heute d e m o –
k r a t i s c h e Parteien. Auf diesen demokratischen Charakter möchte ich zunächst
kurz eingehen. Was ist denn heute Demokratie? Der Punkt gehört durchaus zur Sache.
Freilich kann ich ihn heute nur kurz berühren. Demokratie kann unermeßlich Verschiedenes
bedeuten. Sie bedeutet an sich nur: daß keine formelle Ungleichheit der politischen
Rechte zwischen den einzelnen Klassen der Bevölkerung besteht. Aber welche
verschiedenen Konsequenzen hat das! Bei dem alten Typus der Demokratie, in den Schweizer Kantonen Uri, Schwyz,
Unterwalden, Appenzell und Glarus versammeln sich noch heute sämtliche Bürger – in
Appenzell sind das 12 000 stimmfähige Leute, sonst sind es 3000 bis 5000 – auf einem
großen Platz und stimmen dort über alles, von der Wahl des Landammannes angefangen
bis zur Beschlußfassung über ein neues Steuergesetz oder irgendeine Frage der Verwaltung
nach erfolgter Diskussion durch Händeaufheben ab. Wenn Sie nun aber die Listen
der Landammänner verfolgen, die da in einer solchen Schweizer Demokratie alten Stils
durch fünfzig oder sechzig Jahre hindurch gewählt wurden, so werden Sie finden, daß
es auffallend häufig dieselben waren oder daß doch bestimmte Familien diese Aemter
von alters her in der Hand hatten, daß also zwar eine Demokratie im Rechte bestand,
diese Demokratie aber tatsächlich aristokratisch verwaltet wurde, Und zwar aus dem
ganz einfachen Grunde, weil das Amt etwa eines Landammannes nicht jeder Gewerbetreibende
übernehmen konnte, ohne sich in seinem Gewerbe zu ruinieren. Er mußte im
wirtschaftlichen Sinne »abkömmlich« sein, und das ist in der Regel nur ein Mann von
einigem Vermögen. Oder man muß ihn hoch bezahlen und durch Pension versorgen.
Die Demokratie hat nur die Wahl: entweder billig durch reiche Leute im Ehrenamt verwaltet
zu werden oder teuer durch bezahlte Berufsbeamte. Dieses letzte, die Entwicklung
eines Berufsbeamtentums, ist nun aber das Schicksal aller modernen Demokratien
da geworden, wo das Ehrenamt nicht ausreichte: in den großen Massenstaaten. Das ist
die augenblickliche Situation Amerikas. Der Theorie nach ist dort die Sache ähnlich wie
in der Schweiz. Gewählt wird, wenn auch nicht durch Landesversammlungen, so doch
nach direktem oder indirektem g l e i c h e n Wahlrechte, ein großer Teil der einzelstaatlichen
Beamten und für die ganze Union: der Präsident. Der Präsident ernennt die
anderen Beamten der Union. Man hat dabei die Erfahrung gemacht, daß die vom gewählten
Präsidenten e r n a n n t e n Beamten an Qualität der Leistung und vor allen
Dingen an Unbestechlichkeit im ganzen hoch über denjenigen Beamten stehen, die aus
den Volkswahlen hervorgehen, weil der Präsident und die hinter ihm stehende Partei
selbstverständlich von den Wählern dafür verantwortlich gemacht werden, daß die Beamten,
die sie ernennen, wenigstens irgendwie auch die Qualitäten haben, die der Wähler
erwartet.
Diese amerikanische Demokratie nun, die auf dem Grundsatze beruht, daß alle vier
Jahre, wenn der Präsident wechselt, auch die über 300 000 Beamten, die er zu ernennen
hat, wechseln und daß alle vier Jahre alle governors jedes einzelnen Staates und mit ihnen
wiederum viele Tausende von Beamten wechseln – diese Demokratie geht ihrem
Ende entgegen. Das war eine Verwaltung durch Dilettanten; denn diese Beamten, die da
von der Partei bestellt wurden, wurden nach dem Prinzipe ernannt: sie haben der Partei
Dienste geleistet und dafür werden sie Beamte. Nach ihrer Fachqualifikation fragte man
wenig, eine Prüfung, ein Examen oder etwas derartiges war bis vor einiger Zeit der amerikanischen Demokratie formell unbekannt.
Im Gegenteile stand man oft auf dem Standpunkte, daß das Amt gewissermaßen
im Turnus von einem zum anderen herumzugehen hätte, damit jeder einmal an die
Krippe gelangen
Ich habe nun darüber mehrfach mit amerikanischen Arbeitern gesprochen. Der echte
amerikanische Yankeearbeiter steht auf einer hohen Stufe der Löhne und der Bildung.
Der Lohn eines amerikanischen Arbeiters ist höher als derjenige manches außerordentlichen
Professors einer amerikanischen Universität. Diese Leute haben vollständig die
Formen der bürgerlichen Gesellschaft, sie erscheinen in ihrem Zylinder und mit ihrer
Frau, die vielleicht etwas weniger Gewandtheit und Eleganz hat, aber im übrigen genau
so sich benimmt wie eine andere Lady, während die Einwanderer, die aus Europa kommen,
in die Unterschichten einströmen. Wenn ich also mit einem solchen Arbeiter zusammensaß
und ihm sagte: Wie könnt ihr euch eigentlich von diesen Leuten regieren
lassen, die euch da in die Aemter hineingesetzt werden und die selbstverständlich, da sie
der Partei ihr Amt verdanken, da sie von diesem Gehalt, das sie beziehen, soundsoviel
als Steuer an die Partei abführen und dann nach vier Jahren aus dem Amte gehen müssen,
ohne eine Pensionsberechtigung zu haben, die also doch selbstverständlich aus dem
Amte so viel Geld machen, als nur möglich ist, wie könnt ihr euch von dieser korrupten
Gesellschaft, die euch notorisch Hunderte von Millionen stiehlt, regieren lassen?, so bekam
ich gelegentlich die charakteristische Antwort, die ich wörtlich in ihrer Drastik
wiedergeben darf: »Das tut nichts, es ist genug Geld für das Stehlen da und es bleibt
noch immer genug übrig zum Verdienen für andere – auch für uns. Auf diese »professionels
«, auf diese Beamten speien wir, die verachten wir. Wenn aber eine examinierte
studierte Klasse die Aemter einnimmt wie bei euch drüben – die speit auf uns.«
Das war bei diesen Leuten das Entscheidende. Die Furcht vor dem Entstehen eines
solchen Beamtentums, wie es in Europa tatsächlich besteht, eines ständischen, durch die
Universitäten gebildeten, fachgeschulten Beamtenstandes.
Nun ist selbstverständlich längst die Zeit gekommen, wo man auch in Amerika nicht
mehr durch Dilettanten verwalten kann. Mit riesiger Geschwindigkeit dehnt sich das
Fachbeamtentum aus. Das Fachexamen wurde eingeführt. Formell zunächst obligatorisch
nur bei gewissen, mehr technischen Beamten, aber es griff rasch weiter um sich.
Es sind jetzt schon ungefähr hunderttausend von den vom Präsidenten zu ernennenden
Beamten, die nur nach abgelegten Examen ernannt werden können. Damit ist der erste
und wichtigste Schritt getan zur Umgestaltung der alten Demokratie. Und damit hat
auch die Universität in Amerika eine ganz andere Rolle zu spielen begonnen und hat
sich auch der Geist der Universitäten grundsätzlich gewandelt. Denn, was außerhalb
Amerikas nicht immer gewußt wird, die amerikanischen Universitäten und die von ihnen gebildeten Schichten, nicht
die Kriegslieferanten, die es in allen Ländern gibt, sind die Urheber des Kriegs gewesen.
Als ich im Jahre 1904 drüben war, wurde ich von den amerikanischen Studenten nach
nichts so viel gefragt wie darnach: wie eigentlich in Deutschland Mensuren arrangiert
werden, wie man das mache, um zu Schmissen zu kommen. Sie hielten das für eine ritterliche
Einrichtung: diesen Sport mußten sie auch haben. Das Ernste an der Sache war,
daß auf solche Stimmungen die Literatur namentlich in meinem Fache zugeschnitten
wurde: gerade bei den damals besten Werken fand ich am Schluß folgende Konklusion:
»Es ist ein Glück, daß sich die Weltwirtschaft dahin bewegt, daß der Moment kommt,
wo es rentabel (»a sound business view«) wird, durch den K r i e g einander den
Welthandel abzunehmen; denn dann hört endlich das Zeitalter für uns Amerikaner auf,
wo wir würdelose Dollarverdiener sind, dann wird wieder kriegerischer Geist und Ritterlichkeit
die Welt beherrschen.« Sie stellten sich den modernen Krieg wohl ähnlich
vor, wie es in der Schlacht von Fontenoy war, wo der Herold der Franzosen den Feinden
zurief: »Meine Herren Engländer, schießen Sie zuerst!« Sie dachten sich den Krieg
als eine Art ritterlichen Sports, der wieder ständisches Empfinden, vornehmes Empfinden
anstatt dieser schmutzigen Jagd nach dem Gelde setzen würde. Sie sehen: diese
Kaste beurteilt Amerika genau so, wie in Deutschland nach meinen Kenntnissen Amerika
vielfach beurteilt wird und – zieht ihrerseits die Konsequenzen. Aus dieser Kaste
sind die entscheidenden Staatsmänner hervorgegangen. Dieser Krieg wird für Amerika
die Konsequenz haben, daß es als ein Staat mit einer großen Armee, einem Offizierskorps
und einer Bureaukratie daraus hervorgeht. Ich habe schon damals amerikanische
Offiziere gesprochen, die sehr wenig mit den Zumutungen einverstanden waren, die die
amerikanische Demokratie an sie stellt. Es passierte z. B. einmal, daß ich in der Familie
einer Tochter eines Kollegen war und daß eben das Dienstmädchen weg war – sie hatten
ja drüben bei den Dienstmädchen eine zweistündige Kündigungsfrist. Es kamen gerade
die beiden Söhne, die Marinekadetten waren, und die Mutter sagte: »Ihr müßt jetzt hinausgehen,
Schnee fegen, sonst kostet mich das täglich 100 Dollar Strafe.« Die Söhne –
sie waren gerade mit deutschen Seeoffizieren zusammen gewesen – meinten: das schicke
sich nicht für sie – worauf die Mutter sagte: »Wenn ihr es nicht tut, so muß ich es
tun.« Dieser Krieg wird für Amerika die Entwicklung einer Bureaukratie und damit Avancementschancen
für die Universitätskreise zur Folge haben – das steckt selbstverständlich
auch dahinter – kurz, er wird eine Europäisierung Amerikas in mindestens dem
gleichen Tempo zur Folge haben, wie man von einer Amerikanisierung Europas gesprochen
hat. Die moderne Demokratie wird überall, wo sie Großstaatdemokratie ist, eine
bureaukratisierte Demokratie. Und es muß so sein; denn sie ersetzt die vornehmen adeligen
oder anderen Ehrenbeamten durch ein bezahltes Beamtentum. Das geht überall so,  das geht auch innerhalb der Parteien so. Das ist unentrinnbar, und diese Tatsache ist die
erste, mit der auch der Sozialismus zu rechnen hat: die Notwendigkeit langjähriger fachlicher
Schulung, immer weitergehender fachlicher Spezialisierung und einer Leitung
durch ein derart gebildetes Fachbeamtentum. Anders ist die moderne Wirtschaft nicht
zu leiten.
Insbesondere aber ist diese unentrinnbare universelle Bureaukratisierung dasjenige,
was sich hinter einem der am häufigsten zitierten sozialistischen Schlagworte verbirgt –
dem Schlagwort von der »Trennung des Arbeiters vom Arbeitsmittel«. Was heißt das?
Der Arbeiter sei – wird uns gesagt – »getrennt« von den sachlichen Mitteln, mit denen
er produziere, und auf dieser Trennung beruhe die Lohnsklaverei, in der er sich befinde.
Gedacht ist dabei an die Tatsache: daß im Mittelalter der Arbeiter Eigentümer der technischen
Werkzeuge war, mit denen er produzierte, während ein moderner Lohnarbeiter
das selbstverständlich weder ist noch sein kann, mag es nun ein Unternehmer oder der
Staat sein, der das Bergwerk oder die betreffende Fabrik betreibt. Gedacht ist ferner
daran: daß der Handwerker die Rohstoffe, die er verarbeitete, selbst einkaufte, während
das heute beim Lohnarbeiter nicht der Fall ist und sein kann, und daß dementsprechend
das Erzeugnis zwar im Mittelalter und jetzt noch überall dort, wo das Handwerk noch
fortbesteht, zur freien Verfügung des einzelnen Handwerkers steht, der es auf dem
Markte verkaufen und zu seinem eigenen Gewinn verwerten kann, während es bei der
großen Unternehmung nicht zur Verfügung des Arbeiters, sondern desjenigen steht, der
das Eigentum an diesen Betriebsmitteln hat, wiederum: mag das der Staat sein oder ein
privater Unternehmer. Das ist wahr, aber eine Tatsache, die keineswegs nur dem wirtschaftlichen
Produktionsprozeß eigentümlich ist. Es ist dasselbe, was wir z. B. auch innerhalb
der Universität erleben. Der alte Dozent und Universitätsprofessor arbeiteten
mit der Bibliothek und den technischen Mitteln, die sie selbst sich anschafften und machen
ließen, und produzierten damit, z. B. die Chemiker, diejenigen Dinge, die zum
wissenschaftlichen Betriebe erforderlich waren. Die Masse der heutigen Arbeitskräfte
innerhalb des modernen Universitätsbetriebes, insbesondere die Assistenten der großen
Institute, sind in dieser Hinsicht dagegen genau in der gleichen Lage wie irgendein Arbeiter.
Sie können jederzeit gekündigt werden. Sie haben in den Räumen des Institutes
kein anderes Recht als der Arbeiter in den Räumen der Fabrik. Sie müssen sich geradeso
wie diese nach dem bestehenden Reglement halten. Sie haben kein Eigentum an den
Stoffen oder Apparaten, Maschinen usw., die in einem chemischen oder physikalischen
Institut, einer Anatomie oder Klinik gebraucht werden; diese sind vielmehr Staatseigentum,
werden aber von dem Leiter des Institutes bewirtschaftet, der dafür die Gebühren
bezieht, während der Assistent ein Einkommen erhält, das nicht wesentlich anders bemessen
ist als das eines gelernten Arbeiters. Ganz das gleiche finden wir auf dem Gebiete
des Heer wesens. Der Ritter der Vergangenheit war Eigentümer seines Pferdes und seiner Rüstung.
Er hatte sich auszurüsten und zu verpflegen. Die damalige Heeresverfassung beruhte
auf dem Prinzip der Selbstequipierung. Sowohl in den antiken Städten als auch in
den Ritterheeren des Mittelalters mußte man seinen Panzer, seine Lanze und sein Pferd
selbst stellen und Proviant mitbringen. Das moderne Heer ist in dem Augenblick entstanden,
wo die fürstliche Menage einsetzte, wo also der Soldat und der Offizier (der ja
etwas anderes als ein anderer Beamter ist, der aber in diesem Sinne dem Beamten
durchaus entspricht) nicht mehr Eigentümer der Kriegsbetriebsmittel waren. Darauf beruht
ja der Zusammenhalt des modernen Heeres. Deshalb war es ja den russischen Soldaten
so lange nicht möglich, aus den Schützengräben zu entkommen, weil dieser Apparat
des Offizierskorps, der Intendantur- und der sonstigen Beamten vorhanden war und
jedermann im Heere wußte, daß seine ganze Existenz, auch seine Ernährung, davon abhängig
war, daß dieser Apparat funktionierte. Sie alle waren »getrennt« von den
Kriegsbetriebsmitteln, ganz ebenso, wie der Arbeiter es von den Arbeitsmitteln ist. Ebenso
wie ein Ritter stand ein Beamter der Lehenszeit, ein Vasall also, der mit der Verwaltungs-
und Gerichtshoheit belehnt war. Er trug die Kosten der Verwaltung und Gerichtsbarkeit
aus eigener Tasche und bezog dafür die Gebühren. Er war also im Besitze
der Verwaltungsbetriebsmittel. Der moderne Staat entsteht, indem der Fürst das in die
eigene Menage nimmt, besoldete Beamte anstellt und damit die »Trennung« der Beamten
von den Betriebsmitteln vollzieht. Ueberall also dasselbe: die Betriebsmittel sind innerhalb
der Fabrik, der Staatsverwaltung, des Heeres und der Universitätsinstitute mittels
eines bureaukratisch gegliederten Menschenapparates konzentriert in den Händen
dessen, der diesen Menschenapparat beherrscht. Das ist teils rein technisch, durch die
Art der modernen Betriebsmittel: Maschinen, Geschütze usw. bedingt, teils aber einfach
durch die größere Leistungsfähigkeit dieser Art des Zusammenwirkens von Menschen:
durch die Entwicklung der »Disziplin«, Heeres-, Amts-, Werkstatt- und Betriebsdisziplin.
Jedenfalls aber ist es ein schwerer Irrtum, wenn diese Trennung des Arbeiters vom
Betriebsmittel für etwas nur der Wirtschaft und vollends der p r i v a t e n Wirtschaft
Eigentümliches gehalten wird. An dem Grundtatbestand ändert sich ja gar nichts, wenn
die Person des Herrn jenes Apparates geändert wird, wenn etwa ein staatlicher Präsident
oder Minister statt eines privaten Fabrikanten über ihn verfügt. Die »Trennung« vom
Betriebsmittel besteht in jedem Fall weiter. Solange es Bergwerke, Hochöfen, Eisenbahnen,
Fabriken und Maschinen gibt, werden sie nie in dem Sinne Eigentum eines einzelnen
oder mehrerer einzelner Arbeiter sein, wie die Betriebsmittel eines Handwerks
im Mittelalter Eigentum eines einzelnen Zunftmeisters oder einer örtlichen Werkgenossenschaft
oder Zunft waren. Das ist durch die Natur der heutigen Technik ausgeschlossen.
– Was heißt nun gegenüber dieser Tatsache S o z i a l i s m u s ? Das Wort ist, wie
schon erwähnt, vieldeutig. Aber der Gegensatz zu Sozialismus, an den man gewöhnlich
denkt, ist: privatwirtschaftliche Ordnung, d. h. ein Zustand, bei welchem die wirtschaftliche
Bedarfsversorgung in den Händen privater Unternehmer liegt, sich also so vollzieht,
daß diese Unternehmer sich durch Kaufverträge und Lohnverträge die sachlichen
Betriebsmittel, Beamten und Arbeitskräfte beschaffen und daß sie dann auf eigene ökonomische
Gefahr und in Erwartung eigenen Gewinns die Güter herstellen lassen und sie
auf dem Markte verkaufen.
Diese Privatwirtschaftsordnung hat die sozialistische Theorie mit dem Schlagworte
von der »Anarchie der Produktion« belegt, weil sie es darauf ankommen läßt, ob das
Eigeninteresse der einzelnen Unternehmer an dem Absatze ihrer Produkte: das Interesse
daran, Gewinn zu machen, so funktioniert, daß dadurch eine Versorgung derjenigen, die
dieser Güter bedürfen, gewährleistet ist.
Die Frage nun, was innerhalb einer Gesellschaft unternehmungsmäßig, also privatwirtschaftlich
und was nicht privatwirtschaftlich, sondern – in diesem weitesten Sinne
des Wortes – sozialistisch, das heißt: planvoll organisiert, an Bedarf gedeckt wird, hat
geschichtlich gewechselt.
Im Mittelalter haben beispielsweise Republiken wie Genua ihre großen Kolonialkriege
auf Zypern durch Aktienkommanditgesellschaften, die sogenannten Maonen, führen
lassen. Die schossen das nötige Geld zusammen, mieteten die entsprechenden Söldner,
eroberten das Land, bekamen den Schutz der Republik und beuteten selbstverständlich
das Land für ihre Zwecke als Plantagenland oder Steuerobjekt aus. Aehnlich hat die
Ostindische Kompagnie Indien für England erobert und für sich ausgebeutet. Der Condottiere
der spätitalienischen Renaissancezeit gehörte in die gleiche Kategorie. Er warb
ebenso wie noch der letzte von ihnen: Wallenstein sein Heer auf seinen Namen und aus
seinen Mitteln an, in seine Taschen floß auch ein Anteil der Beute, die das Heer machte,
und natürlich pflegte er sich auszubedingen, daß von dem Fürsten oder König oder Kaiser
an ihn eine bestimmte Summe als Entgelt für seine Leistung und für Deckung seiner
Kosten abgeführt werde. In etwas weniger selbständiger Weise war auch noch im 18.
Jahrhundert der Oberst ein Unternehmer, der seinerseits die Rekruten anzuwerben und
zu kleiden hatte, zwar teilweise auf die Magazine des Fürsten angewiesen war, immer
aber weitgehend auf eigene Gefahr und zu eigenem Gewinn wirtschaftete. Es galt also
der privatwirtschaftliche Betrieb der Kriegsführung als ganz normal, was uns heute ungeheuerlich
dünken würde.
Auf der andern Seite würde es keine mittelalterliche Stadt oder Zunft jemals für
denkbar gehalten haben, daß man die Getreideversorgung der Stadt oder die Versorgung
der Zunft mit den zu importierenden unentbehrlichen Rohstoffen für die Arbeit ihrer
Meister einfach dem freien Handel überlassen könnte. Sondern von der Antike angefangen, im großen Maßstabe in Rom, hatte durch das ganze Mittelalter
hindurch die Stadt dafür zu sorgen, nicht der freie Handel, der nur die Ergänzung war.
Ungefähr so wie jetzt in den Zeiten der Kriegswirtschaft ein Zusammenarbeiten, eine
»Durchstaatlichung«, wie das jetzt gern genannt wird, breiter Zweige der Wirtschaft
vorhanden ist.
Das Charakteristische unserer heutigen Situation ist nun, daß die Privatwirtschaft,
verbunden mit privater bureaukratischer Organisation und also mit Trennung des Arbeiters
von den Betriebsmitteln, ein Gebiet beherrscht, welches diese beiden Züge gemeinsam
noch niemals in diesem Umfange in der Weltgeschichte getragen hat: das ist die
g e w e r b l i c h e Produktion, und daß dieser Prozeß zusammenfällt mit der Schaffung
der maschinellen Produktion innerhalb der Fabrik, also mit einer örtlichen Zusammenhäufung
von Arbeitskräften innerhalb einer und derselben Räumlichkeit, Gebundenheit
an die Maschine und gemeinsamer Arbeits d i s z i p l i n innerhalb des
Maschinensaales oder Bergwerkes. Die Disziplin erst gibt der heutigen Art der »Trennung
« des Arbeiters von den Arbeitsmitteln ihre spezifische Note.
Aus dieser Lebenslage, aus der Fabriksdisziplin heraus, ist der moderne Sozialismus
geboren. Ueberall, zu allen Zeiten und in allen Ländern der Erde hat es Sozialismus von
den verschiedensten Arten gegeben. Der moderne Sozialismus in seiner Eigenart ist nur
auf diesem Boden möglich.
Diese Unterworfenheit unter die Arbeitsdisziplin ist für die gewerblichen Arbeiter
deshalb so außerordentlich fühlbar, weil im Gegensatz etwa zu einer Sklavenplantage
oder einem Fronhof der moderne gewerbliche Betrieb auf einem außerordentlich scharfen
A u s l e s e prozeß ruht. Ein heutiger Fabrikant stellt nicht jeden beliebigen Arbeiter,
nur weil er etwa zu einem billigen Lohne arbeiten wollte, ein. Sondern er stellt den
Mann im Akkordlohn an die Maschine und sagt: »So, jetzt arbeite, ich werde sehen,
wieviel du verdienst«; und wenn der Mann sich nicht imstande zeigt, einen bestimmten
Mindestlohn zu verdienen, so wird ihm gesagt: »Es tut uns leid, Sie sind für diesen Beruf
nicht begabt, wir können Sie nicht brauchen.« Er wird ausgeschieden, weil die Maschine
nicht voll ausgenützt wird, wenn an ihr nicht ein Mann steht, der sie voll auszunützen
versteht. So oder ähnlich verläuft das überall. Jeder moderne gewerbliche Betrieb
im Gegensatze zu jedem Sklavenbetrieb der Antike, wo der Herr an die Sklaven
gebunden war, die er hatte, – wenn einer von ihnen starb, so war das ein Kapitalsverlust
für ihn – beruht auf diesem Prinzip der Auslese, und diese Auslese wird auf der andern
Seite auf das außerordentlichste verschärft durch die Konkurrenz der Unternehmer untereinander,
welche den einzelnen Unternehmer an bestimmte Lohnmaxima bindet: der
Zwangsläufigkeit der Disziplin entspricht die Zwangsläufigkeit des Verdienstes der Arbeiter.
Wenn heute der Arbeiter zu dem Unternehmer kommt und sagt: »Wir können mit diesen Löhnen nicht existieren und du könntest uns mehr zahlen«, so
ist der Unternehmer in neun von zehn Fällen – ich meine in Friedenszeiten und in den
Branchen, in denen wirklich scharf konkurriert wird – in der Lage, den Arbeitern aus
seinen Büchern nachzuweisen: das geht nicht; der Konkurrent zahlt die und die Löhne;
zahle ich euch auf den Kopf nur so und so viel mehr, so verschwindet aus meinen Büchern
jeder Gewinn, den ich den Aktionären zahlen könnte, ich könnte den Betrieb nicht
fortfahren, denn ich bekäme keinen Kredit von der Bank. Damit sagt er recht oft nur die
nackte Wahrheit. Dazu tritt schließlich noch, daß unter dem Drucke der Konkurrenz die
Rentabilität davon abhängt, daß möglichst viel Menschenarbeit und möglichst solche
der höchstgelohnten, für den Betrieb teuersten Art durch neue, arbeitsparende Maschinen
ausgeschaltet, also »gelernte« Arbeiter durch »ungelernte« oder durch unmittelbar
an der Maschine »angelernte« Arbeiter ersetzt werden. Das ist unvermeidlich und vollzieht
sich fortwährend.
Das alles ist nun das, was der Sozialismus als »Herrschaft der Dinge über den Menschen
«, das soll heißen: der Mittel über den Zweck (die Bedarfsdeckung) auffaßt. Er
sieht, daß, während man in der Vergangenheit Einzelpersonen hatte, die man für das
Schicksal des Klienten, Hörigen oder Sklaven verantwortlich machen konnte, man das
heute nicht kann. Deshalb wendet er sich nicht gegen Personen, sondern gegen die Ordnung
der Produktion als solche. Ein jeder wissenschaftlich geschulte Sozialist wird es
bedingungslos ablehnen, einen einzelnen Unternehmer für das Lebensschicksal, welches
dem Arbeiter bereitet wird, verantwortlich zu machen, und wird sagen: das liegt an dem
System, an der Zwangslage, in die alle Beteiligten, der Unternehmer wie der Arbeiter,
sich gestellt finden. –
Was wäre denn nun aber, positiv gewendet, gegenüber diesem System der Sozialismus?
Im weitesten Sinne des Wortes das, was man auch mit »Gemeinwirtschaft« zu bezeichnen
pflegt. Also eine Wirtschaft, bei der, erstens, der Profit fehlte: der Zustand also,
daß die privaten Unternehmer auf ihre eigene Rechnung und Gefahr die Produktion
leiten. Statt dessen läge sie in der Hand von Beamten eines Volksverbandes, der die Leitung
übernähme, nach Gesichtspunkten, von denen gleich die Rede sein wird. Zweitens
fehlte infolgedessen die sogenannte Anarchie der Produktion, d. h. die Konkurrenz der
Unternehmer untereinander. Es ist nun jetzt, namentlich in Deutschland, sehr viel davon
die Rede, daß man eigentlich infolge des Krieges schon mitten in der Entwicklung einer
solchen »Gemeinwirtschaft« stecke. Angesichts dessen sei nun in Kürze darauf hingewiesen,
daß eine organisierte Wirtschaft eines Einzelvolkes in der Art ihrer Organisation
zwei prinzipiell verschiedene Prinzipien zugrundelegen könnte. Erstens dasjenige,
was man heute als »Durchstaatlichung« bezeichnet und was allen Herren, die in Kriegsbetrieben
arbeiten, zweifellos bekannt ist. Sie beruht auf einem Zusammenwirken der
zusammengeschlossenen Unternehmerschaft einer Branche mit staatlichen, sei es nun
militärischen oder zivilen Beamten. Rohstoffbeschaffung, Kreditbeschaffung, Preise, Kundschaft können dabei weitgehend
planvoll reguliert werden, es kann Beteiligung des Staates am Gewinn und an der
Beschlußfassung dieser Syndikate stattfinden. Man glaubt nun: der Unternehmer werde
dann von diesen Beamten beaufsichtigt und die Produktion vom Staate beherrscht. Man
habe also damit schon den »wahren«, »eigentlichen« Sozialismus oder sei auf dem Wege
zu ihm. In Deutschland besteht aber gegen diese Theorie ein weitgehender Skeptizismus.
Ich will es dahingestellt sein lassen, wie es während des Krieges ist. Jedermann
aber, der rechnen kann, weiß, daß im Frieden nicht so weitergewirtschaftet werden
könnte wie jetzt, wenn wir nicht dem Ruin entgegengehen sollen, und daß im Frieden
eine solche Durchstaatlichung, d. h. eine Zwangskartellierung der Unternehmer jeder
Branche und die Teilnahme des Staates an diesen Kartellen mit einem Gewinnanteil gegen
Einräumung eines weitgehenden Kontrollrechtes in Wirklichkeit nicht etwa die Beherrschung
der Industrie durch den Staat, sondern die Beherrschung des Staates durch
die Industrie bedeuten würde. Und zwar in einer sehr unangenehmen Art. Innerhalb der
Syndikate säßen die Staatsvertreter mit den Fabrikherren an einem Tisch, die ihnen an
Branchenkunde, kaufmännischer Schulung und Eigeninteressiertheit weit überlegen wären.
Innerhalb des Parlamentes aber säßen die Arbeitervertreter und würden das Verlangen
stellen, daß jene Staatsvertreter für hohe Löhne einerseits, für billige Preise andererseits
sorgen müßten: die Macht, es zu tun, – würden sie sagen – hätten sie ja. Anderseits
wieder: um seine Finanzen nicht zu ruinieren, wäre der Staat, der am Gewinn und Verlust
eines solchen Syndikats beteiligt wäre, natürlich interessiert an hohen Preisen und
niedrigen Löhnen. Und die privaten Mitglieder der Syndikate schließlich würden von
ihm erwarten: daß er ihnen die Rentabilität ihrer Betriebe garantiert. In den Augen der
Arbeiterschaft würde ein solcher Staat also als ein Klassenstaat im eigentlichsten Sinn
des Wortes erscheinen und ich zweifle, ob das politisch wünschenswert ist; noch mehr
aber zweifle ich, ob man klug täte, jetzt den Arbeitern diesen Zustand als den eigentlich
»wahren« Sozialismus hinzustellen, was ja gewiß verführerisch nahezuliegen scheint.
Denn die Arbeiter würden sehr bald die Erfahrung machen: das Schicksal des Arbeiters,
der in einem Bergwerk arbeitet, ändert sich in gar keiner Weise, ob nun dieses Bergwerk
ein privates oder ein staatliches ist. In den Saarkohlengruben ist der Lebensgang
eines Arbeiters ganz derselbe wie auf einer privaten Zeche: wenn die Zeche schlecht geleitet
ist, also sich schlecht rentiert, dann geht es auch den Leuten schlecht. Aber der
Unterschied ist, daß gegen den Staat kein Streik möglich ist, daß also die Abhängigkeit
des Arbeiters bei dieser Art von Staatssozialismus ganz wesentlich gesteigert ist. Das ist
einer der Gründe, warum die Sozialdemokratie dieser »Durchstaatlichung« der Wirtschaft,
dieser Form des Sozialismus im allgemeinen ablehnend gegenübersteht. Sie ist
eine Kartellierungsgemeinschaft. Maßgebend ist nach wie vor der Profit; die Frage: was verdienen die einzelnen Unternehmer, die zu dem Kartell zusammengeschlossen
sind und deren einer nun der Staatsfiskus geworden ist, bleibt bestimmend für die Richtung,
in der die Wirtschaft betrieben wird. Und das Peinliche wäre: während jetzt das
staatlich-politische und privatwirtschaftliche Beamtentum (der Kartelle, Banken, Riesenbetriebe)
als getrennte Körper nebeneinander stehen und man daher durch die politische
Gewalt die wirtschaftliche immerhin im Zaum halten kann, wären dann beide Beamtenschaften
ein einziger Körper mit solidarischen Interessen und gar nicht mehr zu
kontrollieren. Jedenfalls aber: der Profit als Wegweiser der Produktion wäre nicht beseitigt.
Der Staat aber als solcher würde nun den Haß der Arbeiter, der heut den Unternehmern
gilt, mit zu tragen haben.
Den prinzipiellen Gegensatz dazu könnte in der letztgenannten Hinsicht nur etwa eine
Konsumentenorganisation bilden, welche fragte: welche B e d ü r f n i s s e sollen innerhalb
dieses staatlichen Wirtschaftsgebietes gedeckt werden? Sie wissen wohl, daß
zahlreiche Konsumvereine, namentlich in Belgien, dazu übergegangen sind, eigene Fabriken
zu gründen. Dächte man sich das verallgemeinert und in die Hand einer staatlichen
Organisation gelegt, so wäre das eine vollständig und grundsätzlich andere Art: ein
Konsumentensozialismus – von dem man heute nur noch nicht im geringsten weiß, wo
man die Leiter hernehmen sollte, und von dem es ganz im Dunklen liegt, wo die Interessenten
sein sollten, um ihn jemals ins Leben zu rufen. Denn die Konsumenten als
solche sind nach allen Erfahrungen nur sehr beschränkt organisationsfähig. Leute, die
ein bestimmtes Erwerbsinteresse haben, sind sehr leicht zusammenzuschließen, wenn
man ihnen zeigt, daß sie durch diesen Zusammenschluß einen Profit erzielen oder die
Rentabilität garantiert bekommen; darauf beruht die Möglichkeit, einen solchen Unternehmersozialismus,
wie ihn die »Durchstaatlichung« darstellt, zu schaffen. Es ist dagegen
außerordentlich schwer, Leute, die weiter nichts miteinander gemeinsam haben, als
daß sie eben einkaufen oder sich versorgen wollen, zusammenzuschließen, weil die
ganze Situation des Einkäufers der Sozialisierung im Wege steht; hat doch selbst die
Aushungerung jetzt, in Deutschland wenigstens, die Hausfrauen der Masse der Bevölkerung
nicht oder nur sehr schwer dazu vermocht, Kriegsküchen-Essen, welches jeder
vorzüglich zubereitet und schmackhaft fand, an Stelle ihrer dilettantischen Einzelkocherei
anzunehmen, obwohl es ungleich billiger war. –
Dies vorausgeschickt, komme ich schließlich zu der Art von Sozialismus, mit der
heute die sozialistischen Massenparteien, so wie sie sind, also die sozialdemokratischen
Parteien, programmatisch verbunden sind. Das grundlegende Dokument dieses Sozialismus
ist das Kommunistische Manifest vom Jahre 1847, publiziert und verbreitet im
Januar 1848, von Karl Marx und Friedrich Engels. Dieses Dokument ist in seiner Art, so
sehr wir es in entscheidenden Thesen ablehnen (wenigstens tue i c h das) eine wissenschaftliche
Leistung ersten Ranges. Das läßt sich nicht leugnen, das darf auch nicht geleugnet werden, weil
es einem niemand glaubt und weil es mit gutem Gewissen nicht geleugnet werden kann.
Es ist selbst in den Thesen, die wir heute ablehnen, ein geistvoller Irrtum, der politisch
sehr weitgehende und vielleicht nicht immer angenehme Folgen gehabt hat, der aber für
die Wissenschaft sehr befruchtende Folgen gebracht hat, befruchtendere Folgen als oft
eine geistlose Korrektheit. Vom Kommunistischen Manifest ist nun von vornherein eines
zu sagen: es enthält sich, wenigstens der Absicht, nicht immer der Ausführung nach,
des Moralisierens. Es fällt den Urhebern des Kommunistischen Manifestes, wenigstens
ihrer Behauptung nach – in Wirklichkeit sind es Menschen gewesen, die sehr leidenschaftlich
waren und die sich keineswegs immer daran gehalten haben – gar nicht ein,
über die Schlechtigkeit und Niedertracht der Welt zu zetern. Sie sind auch nicht der
Meinung, daß es ihre Aufgabe sei, zu sagen: Das und das ist in der Welt so eingerichtet,
es müßte anders, und zwar so und so eingerichtet sein. Sondern das Kommunistische
Manifest ist ein prophetisches Dokument; es p r o p h e z e i t den Untergang der privatwirtschaftlichen,
wie man zu sagen pflegt: der kapitalistischen Organisation der Gesellschaft
und prophezeit den Ersatz dieser Gesellschaft zunächst – als Uebergangsstadium
durch eine Diktatur des Proletariats. Hinter diesem Uebergangszustand aber steht
dann die eigentliche Endhoffnung: das Proletariat k a n n sich selbst aus der Knechtschaft
nicht befreien, ohne a l l e r Herrschaft des Menschen über den Menschen ein
Ende zu machen. Das ist die eigentliche Prophezeiung, der Kernsatz des Manifestes,
ohne den es nie geschrieben wäre: das Proletariat, die Masse der Arbeiterschaft wird
sich durch ihre Führer zunächst der politischen Macht bemächtigen. Aber das ist ein
Uebergangszustand, der zu einer »Assoziation der Individuen«, wie es heißt, überführen
wird: diese ist also der Endzustand.
Wie diese Assoziation aussehen wird, darüber schweigt das Kommunistische Manifest,
darüber schweigen sämtliche Programme sämtlicher sozialistischer Parteien. Wir
erhalten die Auskunft, daß man das nicht wissen könne. Man könne nur sagen: diese
jetzige Gesellschaft ist zum Untergange verurteilt, sie wird untergehen kraft Naturgesetzes,
sie wird abgelöst werden, zunächst durch die Diktatur des Proletariats. Aber das,
was dann komme, darüber lasse sich noch nichts voraussagen, außer: Fehlen der Herrschaft
von Mensch über Mensch.
Welche Gründe werden nun für den naturgesetzlich unvermeidlichen Untergang der
gegenwärtigen Gesellschaft angeführt? Denn streng naturgesetzlich vollzieht sie sich:
das war der zweite Kernsatz dieser pathetischen Prophetie, welcher ihr den jubelnden
Glauben der Massen zuführte. Engels gebraucht einmal das Bild: daß ebenso, wie seinerzeit
der Planet Erde in die Sonne stürzen werde, ebenso diese kapitalistische Gesellschaft
zum Untergange verurteilt sei. Welche Gründe werden dafür angeführt? Der erste ist: Eine Gesellschaftsklasse wie das Bürgertum, worunter in erster Linie
immer die Unternehmer und alle diejenigen, die mit ihnen direkt oder indirekt in Interessengemeinschaft
leben, verstanden werden, eine solche herrschende Klasse kann nur
dann ihre Herrschaft behaupten, wenn sie der unterworfenen Klasse – das sind die
Lohnarbeiter – wenigstens die nackte Existenz garantieren kann. Das war bei der Sklaverei
der Fall, meinen die Verfasser, das war so auch bei der Fronhofverfassung usw.
Da hatten die Leute wenigstens die nackte Existenz gesichert und deshalb konnte sich
die Herrschaft halten. Das kann aber die moderne Bourgeoisie nicht leisten. Und zwar
kann sie es deshalb nicht, weil die Konkurrenz der Unternehmer sie zwingt, sich immer
weiter zu unterbieten und immer wieder durch Schaffung neuer Maschinen Arbeiter
brotlos auf das Pflaster zu werfen. Sie müssen eine breite Schicht von Arbeitslosen – die
sogenannte »industrielle Reservearmee« – zur Verfügung haben, aus der sie die geeigneten
Arbeiter in jedem Augenblicke in beliebig großer Zahl für ihre Betriebe auslesen
können, und eben diese Schicht schafft die zunehmende maschinelle Automatisierung.
Die Folge ist aber – so glaubte noch das Kommunistische Manifest – daß eine stetig
wachsende Klasse von ständig Arbeitslosen, von »paupers« erscheint und das Existenzminimum
unterbietet, so daß die Proletarierschicht nicht einmal die nackte Lebensexistenz
von dieser Gesellschaftsordnung gewährleistet bekommt. Wo das aber der Fall
ist, wird eine Gesellschaft unhaltbar, d. h. irgendwann bricht sie im Wege einer Revolution
zusammen.
Diese sogenannte Verelendungstheorie ist in d i e s e r Form heute ausdrücklich
und ausnahmslos von allen Schichten der Sozialdemokratie als unrichtig aufgegeben. Es
ist bei der Jubiläumsausgabe des Kommunistischen Manifests von ihrem Herausgeber
Karl Kautsky ausdrücklich zugestanden worden, daß die Entwicklung einen anderen
Weg und nicht diesen gegangen sei. Die These wird in anderer, umgedeuteter Form aufrechterhalten,
die, beiläufig bemerkt, ebenfalls nicht unbestritten ist, jedenfalls aber den
früheren pathetischen Charakter abgestreift hat. – Aber wie dem sei, worauf beruhen die
Chancen des G e l i n g e n s der Revolution? Könnte sie nicht zu stets neuem Mißerfolg
verurteilt sein?
Damit kommen wir zu dem zweiten Argument: Die Konkurrenz der Unternehmer untereinander
bedeutet den Sieg des durch Kapital und durch kaufmännische Fähigkeiten,
vor allem aber: durch Kapital Stärkeren. Das bedeutet eine immer kleiner werdende
Zahl von Unternehmern, da die schwächeren eliminiert werden. Je kleiner diese Zahl
der Unternehmer wird, desto größer wird, relativ und absolut, die Zahl des Proletariates.
Irgendwann aber ist die Zahl dieser Unternehmer so zusammengeschrumpft, daß es für
sie unmöglich ist, ihre Herrschaft aufrecht zu erhalten, und dann wird man diese »Expropriateure
« vielleicht ganz friedlich und in aller Höflichkeit – sagen wir: gegen eine
Leibrente – expropriieren können, denn sie werden sehen, daß der Boden unter ihren
Füßen so heiß geworden ist, daß sie so wenige geworden sind, daß sie ihre Herrschaft nicht
behaupten können.
Diese These wird auch heute, wenn schon in modifizierter Form, aufrechterhalten. Es
hat sich aber gezeigt, daß sie, wenigstens heute, in keiner Form a l l g e m e i n richtig
ist. Erstens ist sie nicht richtig für die Landwirtschaft, wo im Gegenteil sehr vielfach
eine stärkere Zunahme des Bauerntums eingetreten ist. Und ferner: nicht unrichtig, aber
in ihren Konsequenzen anders als erwartet, erweist sie sich für breite Zweige des Gewerbes,
wo es sich zeigt, daß das einfache Zusammenschrumpfen der Unternehmer auf
eine kleinere Zahl den Vorgang nicht erschöpft. Die Eliminierung der Kapitalschwachen
vollzieht sich in der Form ihrer Unterwerfung unter Finanzierungskapital, Kartelloder
Trustorganisationen. Begleiterscheinung dieser sehr verwickelten Vorgänge ist aber
zunächst die rapide Zunahme der »Angestellten«, also der privatwirtschaftlichen
B u r e a u k r a t i e – sie nimmt statistisch vielfach schneller zu als die Arbeiter – deren
Interessen durchaus nicht eindeutig nach der Seite einer proletarischen Diktatur hin
liegen. Dann aber: die Schaffung höchst mannigfacher Interessenbeteiligungen von so
komplizierter Art, daß man zur Zeit durchaus nicht behaupten kann: die Zahl und Macht
der direkten und indirekten Interessenten der bürgerlichen Ordnung sei im Abnehmen
begriffen. Jedenfalls stehen die Dinge vorerst nicht so, daß man bestimmt versichern
könnte: künftig wird nur ein halbes Dutzend oder ein paar Hundert oder Tausend von
Kapitalsmagnaten isoliert Millionen und Abermillionen von Proletariern gegenüberstehen.
Das Dritte endlich war die Rechnung auf die Wirkungen der Krisen. Weil die Unternehmer
miteinander konkurrieren – und nun kommt eine wichtige, aber verwickelte
Auseinandersetzung in den klassischen sozialistischen Schriften, die ich Ihnen hier ersparen
muß – so sei es unvermeidlich, daß immer wieder Zeiten der Ueberproduktion
eintreten, die abgelöst werden von Bankerotten, Zusammenbrüchen und sogenannten
»Depressionen«. Diese Zeiten folgen – das hat Marx im Kommunistischen Manifest nur
angedeutet, später aber ist es zu einer eingehend ausgebauten Theorie geworden – in
fester Periodizität gesetzmäßig aufeinander. Tatsächlich hat während fast eines Jahrhunderts
eine annähernde Periodizität solcher Krisen bestanden. Woher das kam, darüber
sind selbst die ersten Gelehrten unseres Faches noch nicht vollständig einig, deshalb
wäre es ganz ausgeschlossen, das jetzt hier zu besprechen.
Auf diese Krisen baute nun der klassische Sozialismus seine Hoffnung. Vor allem
darauf, daß diese Krisen naturgesetzlich an Intensität und an zerstörender, beängstigende
Revolutionsstimmung hervorbringender Gewalt zunehmen, sich häufen und vermehren
und irgendwann eine solche Stimmung erzeugen würden, daß die Aufrechterhaltung
dieser Wirtschaftsordnung selbst innerhalb der nicht proletarischen Kreise nicht mehr
versucht werden würde.
Diese Hoffnung ist heute im wesentlichen aufgegeben. Denn die Krisengefahr ist zwar durchaus nicht geschwunden, hat sich aber an relativer Bedeutung
vermindert, seit die Unternehmer von rücksichtsloser Konkurrenz zur Kartellierung geschritten
sind, seit sie also dazu übergegangen sind, durch Regulierung der Preise und
des Absatzes die Konkurrenz weitgehend auszuschalten und seitdem ferner die großen
Banken, z. B. auch die deutsche Reichsbank, dazu geschritten sind, durch Regulierung
der Kreditgewährung dafür zu sorgen, daß auch die Ueberspekulationsperioden in wesentlich
schwächerem Maße als früher eintreten. Also auch diese dritte Hoffnung des
Kommunistischen Manifestes und seiner Nachfolger hat sich – man kann nicht sagen:
»nicht bewährt«, wohl aber in ihren Voraussetzungen ziemlich stark verschoben.
Die sehr pathetischen Hoffnungen, die im Kommunistischen Manifest auf einen Zusammenbruch
der bürgerlichen Gesellschaft gesetzt waren, sind daher durch sehr viel
nüchternere Erwartungen ersetzt worden. Dahin gehört erstens die Theorie, daß der Sozialismus
ganz von selbst im Wege der Evolution komme, weil sich die Produktion der
Wirtschaft zunehmend »sozialisiere«. Darunter wird dann verstanden: daß an Stelle der
Person des einzelnen Unternehmers die Aktiengesellschaft mit den angestellten Leitern
tritt, daß Staatsbetriebe, Kommunalbetriebe, Betriebe von Zweckverbänden errichtet
werden, die nicht mehr auf dem Risiko und Profit eines einzelnen oder überhaupt eines
privaten Unternehmers ruhen wie früher. Das ist zutreffend, wenn schon hinzugefügt
werden muß, daß hinter der Aktiengesellschaft sich sehr oft ein Finanzmagnat oder
mehrere verbergen, die die Generalversammlung beherrschen: jeder Aktienbesitzer
weiß, daß er kurz vor der Generalversammlung eine Zuschrift seiner Bank bekommt,
worin sie ihn bittet, ihr das Stimmrecht dieser Aktie zu übertragen, wenn er nicht selbst
kommen und abstimmen will, was für ihn gegenüber einem Kapital von Millionen von
Kronen ja gar keinen Zweck hat. Vor allem aber bedeutet diese Art der Sozialisierung
einerseits eine Vermehrung des B e a m t e n t u m s , der spezialistisch kaufmännisch
oder technisch vorgebildeten Angestellten, andererseits aber eine Vermehrung des
R e n t n e r tums, der Schicht also, die nur Dividenden und Zinsen bezieht, nicht; wie
der Unternehmer, geistige Arbeit dafür leistet, die aber mit all ihren Einkommensinteressen
an der kapitalistischen Ordnung engagiert ist. In den öffentlichen und Zweckverbandsbetrieben
aber herrscht erst recht und ganz ausschließlich der B e a m t e , nicht
der Arbeiter, der hier ja mit einem Streik schwerer etwas ausrichtet als gegen Privatunternehmer.
Die Diktatur des Beamten, nicht die des Arbeiters, ist es, die – vorläufig jedenfalls
– im Vormarsch begriffen ist.
Das Zweite ist die Hoffnung, daß die Maschine, indem sie das alte Spezialistentum,
den gelernten Handwerker und jene hochgelernten Arbeiter, wie sie die alten englischen
Gewerkschaften, die Trade Unions, füllten, durch ungelernte Arbeiter ersetze und also
jeden Beliebigen fähig mache, an jeder Maschine zu arbeiten, eine solche Einheit der Arbeiterklasse herbeiführen werde, daß die alte Spaltung in verschiedene
Berufe aufhören, das Bewußtsein dieser Einheit übermächtig werden und dem
Kampf gegen die Klasse der Besitzenden zugutekommen würde. Darauf ist die Antwort
nicht ganz einheitlich. Es ist richtig, daß die Maschine in sehr weitgehendem Maße gerade
die hochbezahlten und gelernten Arbeiter zu ersetzen trachtet, denn selbstverständlich
sucht jede Industrie gerade solche Maschinen einzuführen, welche die am schwersten
zu beschaffenden Arbeiter ersetzt. Die am häufigsten zunehmende Schicht innerhalb
der heutigen Industrie sind die sogenannten »angelernten« Arbeiter, also nicht die im alten
Wege durch besonderen Lehrgang eingeschulten gelernten Arbeiter, sondern diejenigen
Arbeiter, die unmittelbar an die Maschine gestellt und dort angelernt werden.
Immerhin sind auch sie oft noch in weitem Maß Spezialisten. Bis z. B. ein angelernter
Weber das Höchstmaß der Gelerntheit erreicht, also die Maschine im Höchstmaß für
den Unternehmer ausnützt und selbst den Höchstlohn verdient, vergehen immerhin einige
Jahre. Gewiß: bei anderen Kategorien von Arbeitern ist die typische normale Anlernezeit
ganz wesentlich geringer als bei der hier angezogenen. Immerhin bedeutet diese
Zunahme der angelernten Arbeiter zwar eine fühlbare Abschwächung, aber doch
noch keine Beseitigung der Berufsspezialisierung. Und auf der anderen Seite steigert
sich die Berufsspezialisierung und das Erfordernis der Fachschulung bei allen innerhalb
der Produktion ü b e r der Arbeiterschicht stehenden Schichten bis hinab zum Vorarbeiter
und Werkführer und es steigert sich zugleich die relative Zahl der zu dieser
Schicht gehörenden Personen. Richtig ist: auch sie sind »Lohnsklaven«. Aber meist
nicht im Akkord- oder Wochenlohn, sondern im festen Gehalt. Und vor allem: selbstverständlich
haßt der Arbeiter den Werkmeister, der ihm stets auf dem Leder kniet, viel
mehr als den Fabrikanten und den Fabrikanten wieder mehr als den Aktionär, obwohl
doch der Aktionär derjenige ist, der wirklich arbeits l o s e s Einkommen bezieht,
während der Fabrikant sehr starke geistige Arbeit zu leisten hat und der Werkmeister
dem Arbeiter noch weit näher steht. Das ist eine Sache, die auch beim Militär vorkommt:
im allgemeinen ist der Korporal derjenige, der die stärksten Antipathien auf
sich zieht, mindestens die Chancen dazu hat, soviel ich habe beobachten können. Jedenfalls
ist die Entwicklung der Gesamtschichtung weit davon entfernt, eindeutig proletarisch
zu sein.
Und endlich argumentiert man mit der zunehmenden Standardisierung, d. h. Vergleichmäßigung
der Produktion. Ueberall scheint alles – und namentlich der Krieg fördert
das ungemein – einer immer größeren Gleichmäßigkeit und Auswechselbarkeit der
Produkte und einer immer weitergehenden Schematisierung der Geschäfte zuzustreben.
Nur in der obersten Schicht der Unternehmer, aber auch hier stetig abnehmend, herrscht
– sagt man – noch der alte freie Pioniergeist des bürgerlichen Unternehmertums der
Vergangenheit. Folglich steigt ständig – so wird weiter argumentiert – die Möglichkeit, diese Produktion zu lenken, auch ohne die spezifischen Unternehmerqualitäten
zu besitzen, von denen die bürgerliche Gesellschaft behauptet, daß sie für den Betrieb
unentbehrlich seien. Das gelte namentlich für die Kartelle und Trusts, die ein riesiges
Beamtenpersonal an die Stelle von Einzelunternehmern gesetzt haben. Das ist wieder
ganz richtig. Aber wieder nur mit dem gleichen Vorbehalte, daß auch durch diese
Standardisierung die Bedeutung einer Schicht gefördert wird, eben: der schon oft erwähnten
Beamtenschicht, die in ganz bestimmter Art g e b i l d e t sein muß und die
deshalb – das ist nun ergänzend hinzuzufügen – einen ganz bestimmten s t ä n d i –
s c h e n Charakter trägt. Es ist kein Zufall, daß wir überall die Handelshochschulen,
die Gewerbeschulen, die technischen Fachschulen wie Pilze aus der Erde sprießen sehen.
Dabei spielt, zum mindesten in Deutschland, der Wunsch mit, auf diesen Schulen
in eine Couleur einzutreten, sich Schmisse ins Gesicht hauen zu lassen, satisfaktionsfähig
und damit reserveoffiziersfähig zu werden und nachher im Kontor eine Vorzugschance
auf die Hand der Tochter des Chefs zu haben: also sich zu assimilieren mit den
Schichten der sogenannten »Gesellschaft«. Nichts liegt dieser Schicht ferner als die Solidarität
mit dem Proletariat, von dem sie sich ja vielmehr gerade zunehmend zu unterscheiden
trachtet. In verschieden starkem, aber in sichtbarem Maße gilt Aehnliches auch
von vielen Unterschichten dieser Angestellten. Alle streben nach mindestens ähnlichen
s t ä n d i s c h e n Qualitäten, sei es für sich selbst oder für ihre Kinder. Eine e i n –
d e u t i g e Tendenz zur Proletarisierung ist heute nicht festzustellen.
Wie dem nun aber sei, jedenfalls zeigen schon diese Argumente, daß die alte revolutionäre
Katastrophenhoffnung, die dem Kommunistischen Manifest seine hinreißende
Gewalt verlieh, einer evolutionistischen Auffassung gewichen ist, einer Auffassung also
von dem allmählichen Hineinwachsen der alten Wirtschaft mit ihren massenhaften konkurrierenden
Unternehmern in eine regulierte Wirtschaft, sei es, daß diese von Beamten
des Staates oder durch Kartelle unter Beteiligung von Beamten reguliert ist. Dies, nicht
mehr die durch Konkurrenz und Krisen zusammenschmelzenden Einzelunternehmer,
erscheint jetzt als die Vorstufe der eigentlichen sozialistischen, herrschaftslosen Gesellschaft.
Diese evolutionistische Stimmung, die von dieser langsamen Umbildung die
Entwicklung zur sozialistischen Zukunftsgesellschaft erwartet, war vor dem Krieg tatsächlich
in der Meinung der Gewerkschaften und auch bei vielen Intellektuellen unter
den Sozialisten an die Stelle der alten Katastrophentheorie getreten. Daraus sind die bekannten
Konsequenzen gezogen worden. Der sogenannte »Revisionismus« entstand.
Seine eigenen Führer sind sich wenigstens zum Teil bewußt gewesen, wie schwerwiegend
der Schritt war, den Massen jenen Glauben an die plötzlich hereinbrechende
glückliche Zukunft zu nehmen, den ihnen ein solches Evangelium gab, welches ihnen
wie den alten Christen sagte: Heute nacht noch kann das Heil kommen. Man kann ein
Glaubensbekenntnis, wie es das Kommunistische Manifest und die spätere Katastrophentheorie war, wohl entthronen,
aber es ist dann schwer möglich, es durch ein anderes zu ersetzen. Indessen über
diese Auseinandersetzung in diesem aus Gewissensbedenken gegen den orthodoxen
Glauben mit der alten Orthodoxie entstandenen Streit ist die Entwicklung längst hinweggegangen.
Er verquickte sich mit der Frage: ob und wieweit die Sozialdemokratie
als Partei »praktische Politik« in dem Sinne treiben sollte, daß sie Koalitionen mit bürgerlichen
Parteien eingingen an der politisch verantwortlichen Leitung durch Uebernahme
von Ministerstellen sich beteiligte und so die jetzige Lebenslage der Arbeiter zu
verbessern trachtete – oder ob das ein »Verrat an der Klasse« und eine politische Ketzerei
sei, wie der überzeugte Katastrophenpolitiker selbstverständlich es ansehen mußte.
Aber inzwischen sind andere prinzipielle Fragen aufgetaucht und an diesen spalten sich
die Geister. Nehmen wir einmal an, daß im Wege einer allmählichen Evolutionierung,
also der allgemeinen Durchkartellierung, Standardisierung und Verbeamtung die Wirtschaft
sich so gestaltete, daß irgendwann die technische Möglichkeit gegeben wäre, daß
an die Stelle der heutigen unternehmungsweisen Privatwirtschaft und also des Privateigentums
an den Produktionsmitteln eine den Unternehmer ganz ausschaltende Regulierung
treten könnte. W e r soll es dann sein, der diese neue Wirtschaft übernehmen
und kommandieren würde? Darüber hat sich das Kommunistische Manifest ausgeschwiegen
oder es hat sich vielmehr sehr vieldeutig ausgedrückt.
Wie soll jene »Assoziation« aussehen, von der es spricht? Was hat insbesondere der
Sozialismus an Keimzellen solcher Organisationen aufzuweisen, für den Fall, daß ihm
tatsächlich die Chance in die Hand fiele, einmal die Macht an sich zu reißen und nun
nach seinem Belieben zu schalten? Im Deutschen Reiche und wohl überall hat er zwei
Kategorien von Organisationen. Erstens die politische Partei der Sozialdemokratie mit
ihren Abgeordneten, angestellten Redakteuren, Parteibeamten und Vertrauensmännern
und den lokalen und zentralen Verbänden, von denen diese gewählt oder angestellt werden.
Zweitens die Gewerkschaften. Jede dieser beiden Organisationen kann nun s o –
w o h l revolutionären wie evolutionistischen Charakter annehmen. Und darnach, welchen
Charakter sie haben und welcher ihnen für die Zukunft zugedacht und gewünscht
wird, scheiden sich die Geister.
Gehen wir von der revolutionären Hoffnung aus, so stehen sich da zwei Ansichten
gegenüber. Die erste war die des normalen Marxismus, die auf der alten Tradition des
Kommunistischen Manifestes stand. Sie erwartete alles von der p o l i t i s c h e n
Diktatur des Proletariates und glaubte als dessen Träger meist die unvermeidlich auf den
W a h l kampf zugeschnittene politische P a r t e i organisation ansehen zu müssen.
Die Partei oder ein auf sie gestützter politischer Diktator sollte die politische Gewalt an
sich reißen und von daher sollte die neue Organisation der Gesellschaft erfolgen. Die Gegner, gegen die sich diese revolutionäre Richtung wendete, waren erstens diejenigen
Gewerkschaften, welche nichts als Gewerkschaften im älteren englischen Sinne
waren, welche sich also gar nicht für diese Zukunftspläne interessierten, weil sie in weiter
Ferne zu liegen schienen, sondern vor allem solche Arbeitsbedingungen, welche ihnen
und ihren Kindern die Existenz ermöglichten: hohe Löhne, kurze Arbeitszeit, Arbeiterschutz
usw. erstreiten wollten. Gegen dieses Gewerschaftlertum wendete sich jener
radikale politische Marxismus auf der einen Seite. Auf der anderen Seite gegen die
ausschließlich parlamentarische Form der Kompromißpolitik des Sozialismus, gegen
das, was man »Millerandismus« genannt hat, seitdem Millerand in Frankreich Minister
wurde. Das sei eine Politik, die dazu führe, daß sich die Führer für ihre Ministerportefeuilles
interessieren und die Unterführer dafür, daß sie Beamtenstellen bekommen, weit
mehr als für die Revolution; der revolutionäre Geist werde dadurch ertötet. Jener im alten
Sinne »radikalen« und »orthodoxen« Richtung ist nun im Laufe der letzten Jahrzehnte
eine zweite zur Seite getreten, die man als »Syndikalismus« zu bezeichnen
pflegt, von Syndikat, dem französischen Ausdruck für die Gewerkschaft. Wie der alte
Radikalismus die revolutionäre Deutung des Zweckes der politischen Parteiorganisation
will, so der Syndikalismus die revolutionäre Deutung der Gewerkschaften. Er geht davon
aus: nicht die politische Diktatur, nicht die politischen Führer und nicht die Beamten,
die von diesen politischen Führern angestellt werden, sondern die Gewerkschaften
und ihr Bund sollen es sein, die, wenn der große Moment gekommen ist, die Macht über
die Wirtschaft in die Hand nehmen im Wege der sogenannten »action directe«. Der
Syndikalismus geht auf eine strengere Auffassung des Klassencharakters der Bewegung
zurück. Die Arbeiter k l a s s e soll ja der Träger der endgültigen Befreiung sein. Alle
die Politiker aber, die sich da in den Hauptstädten herumtreiben und nur darnach fragen,
wie es mit diesem und jenem Ministerium steht, was für eine Chance diese und jene parlamentarische
Konjunktur hat, sind politische Interessenten und nicht Klassengenossen.
Hinter ihren Wahlkreisinteressen stehen immer die Interessen von Redakteuren und Privatbeamten,
die an der Zahl der gewonnenen Wählerstimmen verdienen wollen. Alle
diese Interessen, die mit dem modernen parlamentarischen Wahlsystem verknüpft sind,
weist der Syndikalismus zurück. Nur die wirkliche Arbeiterschaft, die in den Gewerkschaften
organisiert ist, kann die neue Gesellschaft schaffen. Fort mit den Berufspolitikern,
die für die – und das heißt in Wahrheit: v o n der – Politik leben und nicht
für die Schaffung der neuen wirtschaftlichen Gesellschaft. Das typische Mittel der Syndikalisten
ist der Generalstreik und der Terror. Der Generalstreik, von dem sie hoffen,
daß durch eine plötzliche Lahmlegung der ganzen Produktion die Beteiligten, insbesondere
die Unternehmer, veranlaßt würden, auf die eigene Leitung der Fabriken zu verzichten
und sie in die Hand der von den Gewerkschaften zu bildenden Ausschüsse zu
legen. Der Terror, den sie teils offen, teils versteckt verkünden, teils auch ablehnen – darin gehen die Meinungen auseinander
– den diese Organisation in die Reihen der maßgebenden herrschenden Schichten
tragen soll, um sie auch politisch lahmzulegen. Selbstverständlich ist dieser Syndikalismus
derjenige Sozialismus, der wirklich ein ganz rücksichtsloser Gegner jeder Art
von Heeresorganisation ist, da jede Art von Heeresorganisation Interessenten schafft,
bis zum Unteroffizier, selbst bis zum Soldaten hinunter, der augenblicklich mindestens
in seiner Ernährung davon abhängig ist, daß die militärische und staatliche Maschine
funktioniert, also teils geradezu an dem Mißlingen des Generalstreiks interessiert, zum
mindesten aber Hemmnis für den Generalstreik ist. Seine Gegner sind erstens alle politischen,
sozialistischen Parteien, die sich im Parlament betätigen. Das Parlament dürfte
von Syndikalisten höchstens als Tribüne benützt werden, um von da aus immer erneut
unter dem Schutz der parlamentarischen Immunität zu verkünden, daß der Generalstreik
kommen wird und kommen muß, um die revolutionären Leidenschaften der Massen
aufzustacheln. Selbst das lenkt ihn aber von der eigentlichen Aufgabe ab und ist deshalb
bedenklich. Im Parlament aber ernsthaft Politik zu treiben, das ist nicht nur Unsinn,
sondern von diesem Standpunkt aus einfach verwerflich. Ihre Gegner sind selbstverständlich
auch alle Evolutionisten jeder Art. Mögen es nun Gewerkschaftler sein, die
nur Kämpfe zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen führen wollen: im Gegenteil,
müssen die Syndikalisten argumentieren, je schlechter die Löhne, je länger die Arbeitszeit,
je übler überhaupt die Verhältnisse, desto größer ist die Chance für den Generalstreik.
Oder die Evolutionisten der Parteipolitik, welche sagen: der Staat wächst heute
durch die zunehmende Demokratisierung – vor der die Syndikalisten den größten Absc

Advertisements

Written by floriangrebner

17. November 2010 um 16:04

Veröffentlicht in Grundsätzliches

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: