Paxx Reloaded

Wieder da: Sex-, Drugs-, Peace- and Rock'n'Roll Libertarians

Das Spiel ist aus

with one comment

Zur Auflockerung zwischen all der schweren Theorie, die auf unserem Blog stattfindet, hier einmal die jüngste Parlamentsrede des wie immer erfrischenden Nigel Farage anläßlich des – für Kenner der Austrian Economics ja ohnedies erwartbaren – Absturzes des EURO, Zwischenstation Irland:

Nun, guten Morgen, Mr. van Rompuy. Sie sind jetzt ein Jahr im Amt, und in dieser Zeit beginnt das ganze tolle Gebäude zu bröckeln, Chaos herrscht und das Geld geht zu Neige — ich sollten Ihnen danken. Vielleicht sollten wir Sie zur Gallionsfigur der Euroskeptiker machen. Sehen Sie sich doch heute morgen nur mal um hier im Parlament. Sehen Sie sich bloß diese Gesichter an. Sehen Sie diese Angst, diesen Zorn. Armer Barroso, er sieht aus, als hätte er ein Gespenst gesehen! Selbst sie beginnen nun zu verstehen, dass das Spiel aus ist. Aber in ihrer Verzweiflung versuchen sie, ihren Traum doch noch zu retten, indem sie die letzten Spuren von Demokratie aus dem System tilgen wollen. Und es ist ziemlich klar, dass niemand von Ihnen auch nur das kleinste bisschen gelernt hat. Wissen Sie, Sie selbst, Mr. van Rompuy, sagen, dass der Euro uns Stabilität gebracht hat. Eigentlich könnte ich Ihnen Beifall klatschen für den Humor, den Sie damit zeigen, aber handelt es sich nicht viel eher um Bunkermentalität? Wissen Sie, Ihr Fanatismus ist jetzt für jeden sichtbar. Sie sprachen davon, dass es eine Lüge sei zu behaupten, Nationalstaaten könnten in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts existieren. Nun, das mag auf Belgien zutreffen, wo man seit sechs Monaten keine Regierung mehr hat. Aber nicht auf uns andere Staaten. In jedem einzelnen Mitgliedsstaat dieser Union – und deshalb sehen wir die Angst in den Gesichtern – sagen die Leute immer deutlicher: Wir wollen diese Flagge nicht, wir wollen die Hymne nicht, wir wollen diese politische Klasse nicht, wir wollen den ganzen Kram auf dem Müllhaufen der Geschichte haben. Anfang des Jahres hatten wir diese griechische Tragödie, und jetzt haben wir die Situation in Irland. Ich weiß natürlich, dass die Dummheit und Gier irischer Politiker daran erhebliche Mitschuld trägt. Aber Irland hätte niemals dem Euro beitreten dürfen. Er brachte ihnen niedrige Zinsen, einen falschen Boom und eine kolossale Pleite. Und wie verhält man sich ihnen gegenüber? Während ihre Regierungskoalition zerbricht, bekommen sie zu hören, dass es sich nicht gehören würde, eine neue Regierung zu wählen. Commissioner Wren hier hat sogar gesagt, eine Neuwahl würde ihnen erst erlaubt, wenn sie den nächsten Haushalt verabschiedet hätten. Wer zum Teufel glauben Sie eigentlich, wer Sie sind?!! Sie sind wirklich sehr, sehr gefährlich. Ihre Besessenheit, unbedingt diesen Eurostaat schaffen zu wollen, lässt darauf schließen, dass Sie sich freuen, die Demokratie abschaffen zu können. Es scheint Ihnen Spaß zu machen, Millionen und Abermillionen von Menschen zu Arbeitslosigkeit und Armut zu verdammen. Ungezählte Millionen müssen leiden, damit Sie Ihren Eurotraum weiterträumen können! Nun, es wird nicht funktionieren. Weil Portugal mit einem Schuldenberg von 325 Prozent des BIP der Nächste sein wird. Und danach ist Spanien an der Reihe, nehme ich mal an. Und die Finanzhilfe für Spanien würde siebenmal so umfangreich sein müssen wie die für Irland, und dann ist die Kasse leer. Noch mehr Geld wird es nicht geben. Aber das Problem ist nicht auf die Wirtschaft beschränkt. Weil, wenn Sie den Menschen ihre Identität und ihre Demokratie rauben, ihnen am Ende nur noch Nationalismus und Gewalt bleiben. Ich kann nur hoffen und beten, dass die Märkte das Euro-Projekt beseitigen, bevor es wirklich so weit kommt. Übersetzung: Berna Kühne-Spicer

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Written by dominikhennig

25. November 2010 um 00:34

Veröffentlicht in Sezession

Eine Antwort

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  1. »On revient toujours à ses premières amours« — und ich hoffe, daß meine Wiederkehr auf paxx reloaded ebensolche Freude auslösen wird, wie das Auffinden des Reloads bei mir … 😉

    Jedenfalls: Nigel Farage ist tatsächlich erfrischend, und ganz besonders erfrischend fand ich den Gesichtsausdruck dieses van Rompuy (und div. anderer Muppetshow-Logenbesatzung) beim Kamerachwenk. Meine Schwiegermutter pflegte dazu den plastischen Vergleich anzubringen: »… schaut drein wie die Tauben, wenn’s blitzt!«

    Köstlich!

    LePenseur

    29. November 2010 at 11:44


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