Paxx Reloaded

Wieder da: Sex-, Drugs-, Peace- and Rock'n'Roll Libertarians

Ludwig von Mises über die FDP (in Deutschland und der Schweiz)

with 7 comments

 

„Jene, die sich heute „Liberale“ nennen, vertreten politische Ziele, die genau das Gegenteil dessen sind, was die Liberalen des 19. Jahrhunderts in ihren Programmen befürwortet haben. Sie vertreten die sehr weit verbreitete Meinung, dass Redefreiheit, Gedankenfreiheit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit, Schutz vor Willkür, dass alle diese Freiheiten auch ohne wirtschaftliche Freiheit bewahrt werden können. Sie erkennen nicht, dass alle diese Freiheiten in einem System ohne Markt, in dem die Regierung alles bestimmt, nur Illusionen sind, auch wenn sie im Gesetz verankert und in die Verfassung aufgenommen werden.“

— Ludwig von Mises

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7 Antworten

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  1. So etwas wie „liberale Parteien“ kann es schon deswegen nicht geben, weil der Liberalismus keine Sonderinteressen vertritt während Parteien gar nicht anders können als ihren Daseinszweck eben auf Sonderinteressen auszurichten. Partei kommt von „pars“, also Teil.

    Ingolf

    12. Dezember 2010 at 11:32

  2. pressefreiheit, formal: was nützt sie ohne geld? nichts, denn ohne geld/kapital, werde ich mir schwer tun damit, diese pressefreiheit zu nützen.
    redefreiheit: im kapitalistischen betrieben nicht gegeben, dann da regiert das kommando des geldes und ich kann mich schleichen, wenn ich zu oft dem chef widerspreche.
    schutz vor willkür: nicht gegeben, da ich als einzelner den bewegungen des kapitals hilflos ausgeliefert bin – es grüßt zB die arbeitslosigkeit. und darüber, ob ich einen job kriege/behalte, kann ich auch nicht entscheiden.
    gedankenfreiheit besteht immer und überall, in jeder gesellschaft.

    unwerfend. was sonst?

    12. Dezember 2010 at 13:32

    • Das beschreibt grosso modo den Ist-Zustand. Ausblendend, dass es eben seit langem zunehmend keinen freien Markt gibt.

      Jakob

      12. Dezember 2010 at 14:45

      • sorry, kann nicht entdecken, dass du auf meine argumente eingehst.

        unwerfend. was sonst?

        12. Dezember 2010 at 15:10

    • Pressefreiheit:
      Im freien Markt herrscht – anders als im Status Quo oder im Staatssozialismus – absolute Pressefreiheit. Freilich heißt „Pressefreiheit“ nicht, dass jeder Geld und Druckerpressen automatisch zugeteilt bekommt um damit zu machen, was er will. Wie alle anderen Güter, kostet auch das Drucken und Verbreiten der eigenen Meinung etwas. Es hindert dich aber niemand daran, Geld zu verdienen und damit dann deine Meinung zu publizieren. Zu dem Thema empfehle ich dir dringend „Kapitalismus und Freiheit“ von Milton Friedman – da gibt es ein ganzes Kapital über das Thema Pressefreiheit im Sozialismus und im Kapitalismus.

      Redefreiheit: Was soll denn „das Kommando des Geldes“ sein? Wenn du in einem Betrieb arbeitest, der jemand anderem gehört, dann hat der Besitzer des Betriebes, der deine Arbeitskraft einkauft, natürlich das Recht, dich rauszuwerfen, wenn du ihm nicht gefällst, weil du z.B. eine Meinung arktikulierst, die ihm nicht passt. Das Ding ist aber: Dein Chef ist primär an deiner Leistung interessiert, nicht an deinem Charakter, deiner Hautfabe oder deiner Meinung. Er kann es sich im Zweifel garnicht erlauben, auf dich zu verzichten, bloß weil du eine abweichende Meinung hast, denn er steht permanent unter Wettbewerbsdruck. Du suchst dir deine Freunde auch teilweise danach aus, ob sie dir ähnlich sind und ob sie ähnliche Meinungen teilen.

      Schutz vor Willkür: Ersteinmal, was meinst du mit „Willkür“? Es kann in der freien Marktwirtschaft keine „Willkür des Kapitals“ geben, da es nicht „das“ Kapital gibt. Es gibt viele unabhängige Unternehmer, die im Wettbewerb stehen. Der oberste Souverän ist der Konsument (der oft auch gleichzeitig Arbeiter ist), er bestimmt, was und wie produziert wird und die Unternehmer/Kapitalisten haben sich zu fügen, wenn sie weiterhin Gewinne machen wollen. Auch um die Arbeiter gibt es einen permanenten Wettbewerb, denn sie stellen einen sehr wichtigen Produktionsfaktor dar. Wenn ein Chef seine Arbeiter mies behandelt, wird er sie schnell loswerden. Sie wandern in ein konkurrierendes Unternehmen ab, dessen Chef allein schon aus Eigeninteresse „nett“ sein wird. Der unfreundliche Chef geht pleite.
      Arbeitslosigkeit, jedenfalls von der Art, die wir hier in Deutschland beobachten, gibt es in der freien Marktwirtschaft nicht. Sie wird heute produziert durch Mechanismen, die mit dem Markt nichts zutun haben.

      Generell scheinst du die Probleme des Status Quo – die du teilweise durchaus korrekt beschreibst – auf den Kapitalismus zu projezieren. Und das ist falsch. Sie entstammen dem schädlichen Einfluß des Staates. Beispiels Arbeitslosigkeit: Wie entsteht diese denn? Es gibt viele Faktoren, dazu gehört
      – ein Bildungs(staatsmonopol)system, das wenig darauf bedacht ist, auf die Anforderungen des Lebens vorzubereiten,
      – Mindestlöhne, die dazu dienen, etablierte Arbeiter vor der Konkurrenz ihrer (auch ausländischen) Mitbewerber zu schützen und Löhne künstlich hoch zu halten,
      – das (besonders in Deutschland) gigantische Arbeitsmarktkartell in Form der Arbeitgeberverbände und der staatlich privilegierten Gewerkschaften, die, ausgestattet mit Privilegien wie dem verbindlichen Tarifrecht, den Arbeitsmarkt kartellisieren, bürokratisieren und erstarren lassen,
      – extrem hohe Abgabenqouten und Lohnnebenkosten, bürokratische Aufwändigkeiten für die Unternehmen, die es unattraktiv machen, Menschen mit niedriger Produktivität einzustellen,
      – die Tatsache, dass es heute sehr schwierig ist, sich selbstständig zu machen. Viele Arbeitslose könnten selbstständig Geschäftsideen verfolgen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen – wenn da nicht der Staat und drei Bücherwände voll gesetzlicher Bestimmungen wären.

      Das sind nur fünf Gründe für die Arbeitslosigkeit (weitere findest du hier: http://www.youtube.com/watch?v=m6G1rq5LdA4) und sie haben nichts mit dem Markt zutun. Sie entstehen alle durch die staatliche Intervention.

      Mach dich frei von der Vorstellung, dass das, was du heute beobachtest, irgendwie viel mit freien Marktwirtschaft zutun hätte. Hat es nicht. Wir leben in einem korporatistischen, bürokratischen System, das sich immer mehr hin zur Zwangswirtschaft entwickelt. Gleichzeitig werden wir mit Propaganda zugeballert, die uns suggeriert, in einer mehr oder weniger „freien Marktwirtschaft“ (in Deutschland auch oft „soziale Marktwirtschaft“ – Ludwig Erhard würde sich im Grab umdrehen…) zu leben, mit „freien Unternehmern“ etc. Eine Farce, das ist Propaganda. Und du fällst darauf rein.

      Zur Gedankenfreiheit: Stimmt. Glücklicherweise hat man noch kein Mittel gefunden, unsere Gedanken direkt zu kontrollieren. Ich bin mir sicher, dass das aber passieren wird, sobald die Möglichkeiten dazu bestehen.

      Kalle Kappner

      12. Dezember 2010 at 16:11

  3. @ was sonst:

    Wegen der Totalität des eingetretenen Neofeudalismusses* (nicht: Sozialismusses!) in der arbeitsteiligen Gesellschaft gibt es den Anarchisten für’s Individuum nur auf Privatrezept. Das ist nicht ganz neu, kostet nichts und hat trotzdem klasse (wie auch dieses blog mit seinem gut sortierten, wertvollen Lesestoff)!

    Die anarchistische Gesellschaft? Eine anspruchsvolle Denkaufgabe, imho, eine schöne Beschäftigung …
    sofern sie mindestens mit der Nicht-Billigung dessen, was sich draussen abspielt, einher geht:

    Ausschließlich wegen der zunehmenden Unordnung
    In unseren Städten des Klassenkampfs
    Haben etliche von uns in diesen Jahren beschlossen
    Nicht mehr zu reden von Hafenstädten, Schnee auf den
    Dächern, Frauen
    Geruch reifer Äpfel im Keller, Empfindungen des
    Fleisches
    All dem, was den Menschen rund macht und menschlich
    Sondern zu reden nur mehr von der Unordnung
    Also einseitig zu werden, dürr, verstrickt in die Geschäfte
    Der Politik und das trockene »unwürdige« Vokabular
    Der dialektischen Ökonomie
    Damit nicht dieses furchtbare gedrängte Zusammensein
    Von Schneefällen (sie sind nicht nur kalt, wir wissen’s)
    Ausbeutung, verlocktem Fleisch und Klassenjustiz eine
    Billigung
    So vielseitiger Welt in uns erzeuge, Lust an
    Den Widersprüchen solch blutigen Lebens
    Ihr versteht.

    Gruebler

    12. Dezember 2010 at 16:06

  4. CarstenR

    19. Dezember 2010 at 03:24


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