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Libertäre Pädagogik VIII: Ernst Friedrich (1894-1967)

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Von Ulrich Klemm

Ernst Friedrich (1894-1967)
„Kämpft gegen den Kapitalismus – und Ihr kämpft gegen jeden Krieg!“
Das als Überschrift verwendete Zitat von Ernst Friedrich aus seinem Hauptwerk „Krieg dem Krieg“ von 1924 bündelt programmatisch sein Leben und sein Werk und bringt sein Konzept der Friedenserziehung auf den Punkt. Der heute weitgehend vergessene Friedrich gehört zu den schillerndsten Persönlichkeiten des deutschen Antimilitarismus in der Weimarer Republik. Eine Würdigung seiner  Person  und  seines  Lebenswerkes  hat  es jedoch schwer. Zu viele und stellenweise widersprüchliche Facetten bestimmen sein Leben und bieten ein vielfältiges Ensemble pädagogischer und politischer Aktivitäten, die ihn uns heute einerseits als einen libertären Revolutionär erscheinen lassen und andererseits als einen politischen Pädagogen, der eine aktionsorientierte und antimilitaristische Jugendarbeit praktizierte.

 

Ernst Friedrich – ein libertärer Antimilitarist
Ernst Friedrich, der am 25. Februar 1894 in Breslau geboren wurde und am 2. Mai 1967 in Le Perreux sur Marne (Frankreich) starb, beginnt bereits früh in seinem bewegten Leben eine politische Karriere im ersten von ihm 1908 mitbegründeten Arbeiterjugendverein in seiner Heimatstadt Breslau. Wie zahlreiche andere deutsche Anarchisten auch, z.B. Gustav Landauer und Johannes Most, tritt er zunächst in die SPD ein, radikalisiert jedoch schnell sein sozialistisches Verständnis von Frieden, Freiheit und Gleichheit im Kontext des Ersten Weltkrieges und distanziert sich zunehmend von dogmatischen und  institutionalisierten   sozialistischen   Strategien.   In einem Brief vom 12. Dezember 1963 an den Hauptvorstand der ÖTV  schreibt er im Rückblick:  „Seit ich damals, als das erste große Menschenmorden ausgebrochen war, mein Parteibuch zerriß, weil die SPD dem größenwahnsinnigen Wilhelm die Kriegskredite bewilligte, seit damals blieb etwas in mir zerrissen …“ (zit. nach Linse 1977, S. 62). Der Erste Weltkrieg bedeutet für ihn in diesem Sinne eine erste politische Zäsur in seiner Biographie: Er verweigert den Kriegsdienst und landet hierfür in der Psychiatrie. Von nun ab, bis zu seiner Flucht aus Deutschland vor den Nazis im Winter 1933/1934, prägt er entscheidend den libertär-sozialistischen Antimilitarismus in Deutschland und wird zum Mittelpunkt eines autonomen und jugendbewegten Anarchismus. Im Ersten Weltkrieg zählt Friedrich zu dem zahlenmäßig kleinen Kreis von Sozialisten in Deutschland, die sich aktiv gegen den Krieg stellen und Widerstand, auch in Form von Sabotage, leisten. 1917 gerät er dadurch ins Gefängnis, aus dem er im Zuge der Novemberrevolution 1918  befreit  wird.   Er  siedelt  nach  Berlin   über  und schließt sich mit 24 Jahren der von Karl Liebknecht gegründeten „Freien sozialistischen Jugend“ an. Die folgenden 20er Jahre sind geprägt durch zahlreiche politische und pädagogische Aktionen, die ihn zum Fokus einer anarchistischen Jugendbewegung und eines radikalen Antimilitarismus in Deutschland machen. Er geht in diesem Kontext in die Geschichte der deutschen Friedensbewegung ein als sein radikalster Vertreter. Friedrich hebt  sich bewußt vom Pazifismus liberal-bürgerlicher
und orthodox-sozialistischer Prägung ab, fühlt sich andererseits mit ihnen aber auch solidarisch verbunden. 1924 erscheint Friedrichs antimilitaristischer Klassiker „Krieg dem Krieg“, ein viersprachiger Fotoband über den Ersten Weltkrieg, der zunächst in zwei Bänden in seinem Verlag „Freie Jugend“ publiziert wird und bis 1930 in insgesamt zehn Auflagen erscheint. Neben diesem antimilitaristischen Bestseller, der ihn weltweit bekannt macht, ist es sein „Anti-Kriegsmuseum“, das er 1925 in Berlin in der Parochialstraße 29 eröffnet und das bis 1933 zum Treffpunkt einer anarchistischen Jugendbewegung und des revolutionären Antimilitarismus in Deutschland wird. Mit diesem Museum ist ein Vortragsraum, eine Druckerei, eine Buchhandlung sowie seine Wohnung verbunden. Obgleich er ständig in Finanznot lebt und dieses Projekt permanent finanziell bedroht ist, kann er bis 1933 durchhalten. Zu diesem Zeitpunkt verwüstet es die SA und macht das Museum zu einem SA-Heim.
Beseelt von der Idee, das Anti-Kriegsmuseums als Treffpunkt einer antimilitaristischen internationalen Jugend auszubauen, versucht er nach dem Krieg in Frankreich – wo er sich mit seiner Familie ansiedelt – dieses Projekt fortzuführen, nachdem seine Bemühungen, in den Ruinen der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche das ehemalige Berliner Anti-Kriegsmuseum wiederzuer-öffnen, scheitern. In einem Brief an den damaligen Oberbürgermeister von Berlin, Ernst Reuter, schreibt er im Mai 1950 hoffnungsvoll: „Ich werde die pazifistisch gesinnten Arbeiter, vor allem die Jugend der ganzen Welt aufrufen: nach Berlin zu kommen in freiwilligen, umsichtigen Arbeitskolonnen und zusammen mit dem internationalen Civildienst‘ werden wir begeistert ein über die Grenzen Deutschlands weithin sichtbares Werk des Friedens errichten!“ (zit. nach Linse 1977, S. 57) J 951 kauft er vor dem Hintergrund der Ablehnung einen alten Schleppkahn auf der Seine mit dem Versuch, auf ihm eine antimilitaristische und internationale deutschfranzösische Jugendbegegnungsstätte einzurichten, was jedoch ebenfalls scheitert. Schließlich erwirbt er 1954 mit einer Entschädigungszahlung aus Deutschland eine in der Marne bei Paris gelegene Insel, die später offiziell den Namen „Friedensinsel“ erhält, um hier seine Vorstellungen einer internationalen antimilitaristischen Jugendbegegnungsstätte zu realisieren. Obwohl er hierfür in den folgenden Jahren Unterstützung aus Deutschland durch die ÖTV bekommt und auch in bestimmten politischen Kreisen bekannt bleibt – u.a. empfängt ihn Willy Brandt als Bürgermeister von Berlin 1959 in der deutschen Botschaft in Paris bei einem Besuch -, geraten Friedrich und seine Aktivitäten nach 1945 zunehmend in Vergessenheit bzw. erfahren keine Resonanz in der deutschen Friedensbewegung und Friedenspädagogik.

 

Leitbilder seines Lebens und Wirkens
Im Rampenlicht einer politischen Öffentlichkeit bewegt sich Friedrich vor allem in seinen Berliner Jahren im Zeitraum von 1919 bis 1933, wo er im gesamten deutschen Sprachraum bekannt wird und eine politische Richtung mitprägt, die als antimilitaristischer und gewaltfreier Anarchismus bezeichnet werden kann. Es sind vor allem vier Aspekte seiner Biographie, die heute von Bedeutung sind: Wir müssen Friedrich
1.) als radikalen Pazifisten und Antimilitaristen, d.h. als einen Anarchisten,
2.) als einen „Führer“ und Mentor der libertären Jugendbewegung,
3.) als einen libertären Reformpädagogen in Sinne einer außerschulischen, antikapitalistischen und friedensbewegten Jugend- und Kindergruppenarbeit und
4.) als politischen Publizisten und Agitator
diskutieren. Diese biographischen Eckpunkte sind bei ihm jedoch selten idealtypisch und isoliert zu beobachten. Sie bilden vielmehr eine Einheit und sind die Pfeiler einer außergewöhnlichen politischen und pädagogischen Persönlichkeit.

 
Friedrichs Antimilitarismus und Anarchismus
In den 20er und 30er Jahren zeigt sich sein Pazifismus und Antimilitarismus nicht nur publizistisch, museal und über Aktionen. Es kommt auch verschiedentlich zu Verhaftungen und Anklagen gegen ihn wegen Hochverrat aufgrund seiner Vorträge, Aktionen und Propagandatätigkeiten sowie 1933 zur sogenannten „Schutzhaft“ durch die Nazis, bei der er auch Folterungen ausgesetzt ist. Über diesen „Schutzhaftaufenthalt“, aus der er Ende 1933 „entlassen“ wird, berichtet Friedrich ausführlich in seinem 1935 im Schweizer Exil entstandenen Buch „Vom Friedensmuseum zur Hitlerkaserne“. Einer drohenden erneuten Verhaftung entzieht er sich durch Flucht nach Prag. Von hier aus geht er, zusammen mit seiner Frau und seinen zwei Kindern, in die Schweiz, wo er allerdings wegen antinationalsozialistischer Propaganda wieder ausgewiesen wird. Friedrich siedelt nach Belgien über  und plant  dort  die  Wiedereröffnung  des  Anti-Kriegsmuseums. Nach dem Einmarsch der Deutschen wird er 1940 mit seinem Sohn nach Frankreich evakuiert, kommt in ein Internierungslager, flüchtet, wird 1942 in Abwesenheit von den Deutschen zum Tode verurteilt und schließt sich 1943 dem bewaffneten französischen Widerstand, der Resistance, an. Diese antimilitaristische und antifaschistische Biographie Friedrichs, die bei ihm auch durch den Widerspruch zwischen seiner pazifistischen Überzeugung einerseits und dem bewaffneten Kampf in der  Resistance  andererseits  geprägt  ist,   wird  ergänzt durch sein Engagement für eine anarchistische Jugendbewegung. Friedrich läßt sich nur schwer in den sich entwickelnden deutschen Anarchismus nach dem Ersten Weltkrieg einordnen. Er ist weder dem organisierten An-archosyndikalismus  noch dem jüdisch-philosophischen Anarchismus eines Gustav Landauers oder Erich Müh-sams zuzuordnen. Er verkörpert und repräsentiert einen undogmatischen Zweig des deutschen Anarchismus aus der Weimarer Zeit, der an der Schnittstelle von politischem Anarchismus, Jugendbewegung und Pazifismus angesiedelt ist und hier in besonderer Art und Weise eine Scharnierfunktion  besitzt  (vgl.  Linse   1977;  Baumann 1985).   In   seiner  libertären   Grundhaltung  finden   wir Elemente von Tolstois libertärem Pazifismus ebenso wie von Kropotkins Ethik einer „gegenseitigen Hilfe“. Mit seinen verschiedenen Zeitschriften, wie z.B. „Freie Jugend“, „Schwarze Fahne“, „Proletarischer Kindergarten“ und seinen Flugschriften, „Die schwarzen Hefte“, von denen sechs Titel erscheinen, erreicht er in den 20er Jahren vor allem ein jugendliches Leserpublikum und wird zum Mentor eines jugendbewegten Anarchismus.
Friedrichs anarchistische Jugendbewegung
Bei Friedrich verschmelzen Wandervogelromantik mit revolutionärem Sozialismus zu einer neuen antiautoritären Jugendbewegung, die sich durch vier Aspekte definieren lässt:
–    Sie versteht sich nicht als die Jugendorganisation
einer Partei,
sie zeichnet sich durch einen hohen Anspruch an
individueller Autonomie aus,
–    sie lehnt jede Institutionalisierung und Professionali-sierung als Organisation ab,
–    sie begreift sich als eine politische (anarchistische)
Jugendbewegung.
In diesem Sinne wird sein Anti-Kriegsmuseum auch zum Zentrum    einer    proletarisch-anarchistischen,    antimilitaristischen und internationalen Jugendbewegung, die allerdings interessanterweise auch innerhalb der anarchistischen  Bewegung,  z.B.  der  syndikalistischen  „Freie Arbeiter-Union Deutschlands“ (FAUD), auf Ablehnung stößt. In den 20er Jahren kann Friedrich jedoch trotz aller Widerstände ein Netzwerk von autonomen Jung-Anar-chisten-Gruppen in ganz Deutschland aufbauen, die – und hier liegt erneut ein Widerspruch im Anspruch Friedrichs – in ihm einen revolutionären Propheten sehen und im Anti-Kriegsmuseum ein „anarchistisches Hauptquartier“ (H. Jacoby 1980, S. 43). Das Bindeglied zwischen diesen unterschiedlichen Gruppen werden Friedrichs Zeitungsprojekte, die eine Kommunikation ermöglichen und Gemeinsamkeit herstellen. Hier stoßen wir auf einen weiteren Eckpunkt in seinem Leben und Wirken.

 
Friedrich als Publizist und Agitator
Als Publizist veröffentlicht er nicht nur Bücher wie das Märchen- und Lesebuch für Kinder, den „Proletarischer Kindergarten“ (1921), das in zwei Auflagen 20.000 verkaufte Exemplare erreicht, den Fotoband „Krieg dem Krieg“ (1924), von dem allein in einer Kurzfassung bis 1930 über 50.000 Exemplare gedruckt werden und seinen biographischen Bericht über die 20er und 30er Jahre in Berlin, „Vom Friedensmuseum zur Hitlerkaserne“ (1935, Neuauflage 1978). Zu seinen publizistischen Aktivitäten zählen auch eine Reihe von Zeitschriften, die zeitweise in einer Auflage von bis zu 40.000 Exemplaren pro Ausgabe gedruckt werden. Zu den wichtigsten gehören die „Freie Jugend“ (1919-1926), die sich als „Jugendschrift für herrschaftslosen Sozialismus“ versteht und die „Schwarze Fahne“ (1925-1929), die alle in den von Friedrich gegründeten verschiedenen Verlagen unter seiner Regie erscheinen.
Schließlich, und dies umfaßt alle seine Tätigkeiten, ist er ein brillanter Vortragsredner und Agitator, der eine charismatische Ausstrahlungskraft besessen haben soll und diese auf die anarchistische Jugend und die antimilitaristische Bewegung ausübt. In diesem Sinne wird er von Henry Jacoby, einem ehemaligen Mitarbeiter von ihm, als „Apostel einer radikalen Jugendbewegung, Verkünder eines herrschaftslosen Sozialismus, aggressiver Anti-Militarist“ (1980, S. 68) beschrieben.
Rezeptionsgeschichte
Die Aufarbeitung der Wirkungsgeschichte sowie des Lebens und Werkes von Friedrich erfolgt nach dem
Zweiten Weltkrieg ab Mitte der 70er Jahre über drei Schienen: Im Kontext einer neu einsetzenden Anarchismusforschung ist es vor allem der Historiker Ulrich Linse, dem eine Wiederentdeckung zu verdanken ist. Mit seinen zu diesem Zeitpunkt bahnbrechenden Anarchismusstudien zur deutschen Tradition sowie mit seinen biographischen  Forschungen  (z.B.  Linse   1969,   1971, 1973), mit denen er erstmalig ein realistisches und nicht ideologisch gefärbtes Bild des deutschen Anarchismus zeichnen kann, legt er das Fundament für eine neuerliche Auseinandersetzung   (Linse   1976   und   1977).   Hinzu kommt 1978 eine Reprintausgabe von Friedrichs Band „Vom Friedensmuseum zur Hitlerkaserne“ aus dem anarchistischen Berliner Libertad Verlag mit einem Nachwort seines ehemaligen Berliner Weggefährten Walther G. Oschilewski. Hervorzuheben ist hier auch die Autobiographie seines Mitarbeiters im Anti-Kriegsmuseum, Henry Jacoby, „Von Kaisers Schule zu Hitlers Zuchthaus“ (1980), in der er ausführlich auf Friedrich eingeht.
Ein zweiter Strang der Wiederaneignung erfolgt über die Friedensbewegung ab Anfang der 80er Jahre. Hier muß einmal die Neuauflage seines Klassikers „Krieg dem Krieg“ ab 1980 im Verlag Zweitausendeins genannt werden sowie der Versuch, 1982 in Berlin – zum 15. Todesjahr Friedrichs – ein Anti-Kriegsmuseum im Andenken an ihn wieder zu eröffnen. Schließlich findet Friedrich auch Aufnahme in dem von Helmut Donat und Karl Holl herausgegebenen Lexikon „Die Friedensbewegung“ (1983, S. 152-154), das als wichtigstes Nachschlagewerk der damaligen Friedensbewegung gilt. Die aktuellste Wiederaneignung erfolgt derzeit über die Auseinandersetzung mit anarchistischer Pädagogik ab Mitte der 80er Jahre. Zu nennen sind hier die Studien von Heribert Baumann (1982, 1985), Karlheinz Lipp (1988) und Thomas Kegel (1988 und 1991), die Friedrich im Zusammenhang mit libertärer und antimilitaristischer Kindergruppenarbeit in der Weimarer Republik diskutieren.
Ernst Friedrich: Kriegsverhinderung
(Quelle: Ernst Friedrich: Krieg dem Kriege! Guerre ä la Guerre! War against War! Oorlog aan den Oorlog! Berlin (Freie Jugend) 1924, S. 10-11)
Wohl ist das Kapital Ursache jeden Krieges!
Doch Schuld am Kriege sind wir selbst!
An uns Proleten liegt es, Krieg zu führen,
und ebenso liegt es an uns, die Kriege zu verhindern!
Weigert den Dienst!
Erzieht die Kinder so, daß sie sich später weigern, Soldaten- und
Kriegsdienste zu tun!
Wie viele übersehen allzuleicht, daß in dem eignen Hause, in der
Familie, der Krieg freiwillig vorbereitet wird!!!
Und hier liegt aller Laster Anfang,
hier liegt der Anfang auch des Krieges.
Die Mutter, die dem Kind auf ihrem Schoß, Soldatenlieder singt,
bereitet Krieg vor!
Der Vater, der Soldatenspielzeug seinem Kinde schenkt, mobilisiert das Kindchen für den Kriegsgedanken!
Soldaten-Spielzeug ist der Judas, den Du Dir selbst ins eigne Haus holst, ist Verrat am Menschenleben! Bedenk dies eine stets:
Das kleine Helmchen von Papier gefertigt, wird einst der Stahlhelm auf dem Kopf des Mörders! Und hat das Kind erst mit dem Luftgewehr geübt, wie selbstverständlich wird es später mit der Flinte schießen!
Das Säbelchen aus Holz geschnitzt,
wird einst das Schlachtenmesser, das sich bohrt in eines Menschen Leib!
Ihr Eltern, die Ihr es nicht wollt,
daß Eure Söhne anderer Eltern liebevolle Söhne morden, Ihr sollt bedenken, daß das Kind, das Ihr mit Helm, mit Säbel und Gewehr beschenkt, sich seine zarte Seele aus dem jungen Körper spielt! Doch jene Kinder, die zur Liebe und zur Solidarität, zur unbedingten Achtung vor dem unverletzlich heiigen Menschenleben sind erzogen, die Kinder werden ganz bestimmt untauglich sein für Waffendienst und Kriegsverwendung.
Wir Kriegsdienstgegner müssen endlich allen Glorienschein und allen Hokuspokus, mitsamt dem glänzend-bunten Flitterkram der Soldateska niederreißen, und das aussprechen, was dann noch übrig bleibt:
ein vom Staat bezahlter Berufsmörder, der in staatlich konzessionierten Mörderschulen (genannt Kasernen) ausgebildet wird, in Ausübung des schrecklichsten Verbrechens: des Menschen-Mordes!!! Bringt das den Kindern bei!
Dann wird das Mädchen, von Natur bestimmt, das Leben fortzupflanzen und zu schützen, das Mädchen wird sich ekeln mit den Soldaten, seinen ganz natürlichen Feinden – den „Zuhältern des Todes“ – rum zu flirten!
Dann wird der Knabe später nicht den Uniformrock tragen, weil er es weiß: Es ist ein Mörderkittel! So klar und deutlich müßt Ihr denken und auch handeln,
wollt Ihr das Uebel an der Wurzel fassen!
Und sollte dennoch wieder Krieg ausbrechen,
dann konsequent und rücksichtslos:
Krieg dem Kriege!
Der Generalstreik sei die erste Waffe!
Die Männer werden Dienst verweigern!
Das wahre Heldentum liegt nicht im Morden,
sondern in der Weigerung den Mord zu tun!
Füllt lieber alle Gefängnisse und Zuchthäuser,
und alle Irrenanstalten aller Länder,
als für das Kapital zu morden und zu sterben!

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Written by floriangrebner

2. März 2011 um 20:49

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