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Libyen: Ein Schwein im Sack?

with one comment

Von Kevin Carson (Englisch) ins Deutsche übersetzt von Florian Grebner

Ein paar beunruhigende Fakten oder zumindest ein paar beunruhigende Fragen fangen an bezüglich Obamas Libyen Intervention aufzutauchen.

Zunächst einmal berichtete die Asia Times am 2. April (Exposed:  The U.S.-Saudi Libya Deal“) darüber, dass Saudi Arabien in der Arabischen Liga einen Block organisierte um die amerikanische Intervention billigen zu lassen. Im Gegenzug erhielten die Saudis von Obama freie Hand beim eingreifen in Bahrain und beim zerschlagen der Pro-Demokratie Bewegung in diesem Land, welche für die konservativen Monarchien am Golf so beunruhigend ist.

Im Gegensatz zum Mythos, das die Arabische Liga Obamas Intervention gebilligt hat, enthielten sich die Hälfte der Mitglieder der Stimme. Die Mitglieder, die für sie gestimmt haben, waren überproportional im Einflussbereich von Saudi Arabien. Obama bekam das Ergebnis das er wollte, weil die Saudis ihre Kindchen hinzugezogen haben.

Demnach zeigt CNN all die lächelnden Menschen, die V für Victory Zeichen in Bengasi machen, während der König von Bahrain den Ausnahmezustand benutzt um die Pro-Demokratie Bewegung mit der Hilfe von 2.000 saudischen Truppen, zu unterdrücken. Darüber gibt es keinen rührseligen CNN Bericht und keine große öffentliche Anprangerung durch das Außenministerium. Weißt du warum? Weil Bahrain eine befreundete Regierung ist und die Bewegung, die sich gegen die Regierung richtet, zum Großteil aus Schiiten besteht und dies in einen Gebiet wo Iran als Haupt“problem“ angesehen wird.

In Noam Chomskys Terminologie würde man sagen, dass die bahrainischen Demonstranten keine „würdigen Opfer“ sind. Sie werden nicht von einen radikalen Schurkenstaat vernichtet, der in Konflikt mit der U.S. Außenpolitik geraten ist. Eher sind sie eine Unannehmlichkeit für eine Regierung, die weiß wie man mit Washington zusammen spielt. Daher sind sie entbehrlich.

Vielleicht ist es so eine Sache wie der Pressesprecher vom Weißen Haus meinte als er davon sprach, dass Wikileaks den Versuch der USA untergräbt „Demokratie und transparente Regierung zu verbreiten“.

Zweitens, Thomas Mountain von Counterpunch (“Bombing Libya,” March 23) wirft ein paar unangenehme Fragen bezüglich der Bengasirebellen auf. Bengasi, die Stadt in Libyen die am nächsten an Italien ist, ist seit Jahren ein Zentrum des Menschenhandels aus dem subsaharischen Afrika gewesen. Im Durchschnitt passierten etwa Tausend Schwarzafrikaner Bengasi mit der Hoffnung nach Europa flüchten zu können. Demnach war Bengasi der Sitz einer extrem komplexen Gang, die den Menschenhandel kontrollierte, viele von ihnen beuteten ihr menschliches Gepäck so rücksichtslos wie die „Koyoten“ an der amerikanisch-mexikanischen Grenze aus. Gaddafis Regierung versuchte seit Jahren, behauptet Mountain, ohne Erfolg diesen Handel zu unterdrücken. Infolgedessen ist die kriminelle Unterwelt von Bengasi ein Hauptunterstützer der Rebellen.

Bengasi ist ebenfalls ein zu Hause für eine große Anzahl an schwarzafrikanischen Gastarbeitern, die die Arbeit tuen, die die Libyer als „schmutzig“ empfinden. Die einheimische Jugendlichen, welche sich weigert solche Jobs anzunehmen, sind häufig arbeitslos und faulenzen. Also schließen sie sich einer der Jugendgangs, die sich der rassistischen Schikane von schwarzafrikanischen Gastarbeitern anschließt, an. Diese missmutige Jugend war im Herzen der Protestbewegung.

Dies wirft einige Fragen auf bezüglich des berichteten Massakers an Schwarzafrikanern durch das bengasische Militär – angeblich weil Gaddafi Schwarzafrikaner als Söldner anheuerte – nicht wahr? Ich weiß nicht ob Thomas Mountains Schilderung korrekt ist, aber es sollte uns zumindest dazu zwingen zwei mal nachzudenken wenn wir jemanden wie Ed Schulz auf MSNBC die Libyer als „Freiheitskämpfer“ bezeichnen hören.

Demnach heißt es wieder einmal: Immer nach dem Mann hinter dem Vorhang schauen.

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Written by floriangrebner

12. April 2011 um 13:57

Eine Antwort

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  1. Zu den von Marko Marjanovic in http://stay-free.org/content/argumente-gegen-humanitaere-militaerische-intervention-marko-marjanovic-uebersetzt-dr-werner aufgeführten Argumenten darf man getrost die von Thomas Mountain genannten Fakten über die so genannten Freiheitskämpfer von Bengasi hinzufügen.
    Die Hilfe für die Herren von Bahrain passt in die Geschichte der unseligen Interventionen einer kriminellen Staatsmacht, die seit gut 250 Jahren die Welt mit Expansionskriegen beglückt und in zu guter letzt in den Wirtschafts-Supergau stürzt.

    Dr. Werner Ende 

    13. April 2011 at 19:06


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